Gefahr für Kinder: 8000 Morde bis zum Ende der Grundschule

- Gequengel, Streit, Tränen: Damit sie dem täglichen Zoff ums Fernsehen entgehen, lassen viele Eltern ihren Nachwuchs im TV sehen, was und solange die Kinder wollen. Doch das ist falsch, warnt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Kinder brauchen Regeln, um negative Folgen des Fernsehkonsums zu vermeiden.

Geht es nach den Experten der BZgA, sollten Kinder unter drei Jahren gar nicht vor dem Fernseher sitzen. Bei Grundschulkindern sei maximal eine Stunde pro Tag akzeptabel. Denn es sei wissenschaftlich belegt, dass zu früher und zu häufiger TV-Konsum negativen Einfluss auf die geistigen Fähigkeiten der Kinder hat. Damit einhergehend lässt oft auch die Leistungsfähigkeit in der Schule nach.

Auch die Unart vielbeschäftigter Eltern, die Kinder in ihrem Zimmer vor dem dortigen Fernseher zu "parken", um so den Kopf und die Hände für anderes frei zu haben, ist den Experten ein Gräuel. So habe niemand Einfluss darauf, welche Sendungen die Kinder konsumieren. Studien aus den USA zufolge hat jedes Kind bis zum Abschluss der Grundschule im Schnitt 8000 Morde gesehen. Außerdem neigten Kinder, die viel fernsehen, zur sexuellen Frühreife und kämen früher in Kontakt mit Alkohol, Tabak und anderen Drogen.

Aber nicht nur die geistigen und sozialen Fähigkeiten leiden unter der Dauerberieselung von "Teletubbies" und "Yu-Gi-Oh". Auch die physische Gesundheit wird in Mitleidenschaft gezogen. Laut einer Untersuchung des Hamburger Hans-Bredow-Instituts verbringen Kinder in Deutschland im Schnitt 133 Minuten täglich vor der Flimmerkiste. So wird das Auge gezwungen, in dieser Zeit auf einen Abstand von rund einem Meter regelrecht zu einem eingefrorenen Dauerblick zu erstarren. Die Folge: eine allgemeine Verschlechterung der Sehkraft. Denn bis zum fünften Lebensjahr ist die Störanfälligkeit des kindlichen Auges besonders hoch. Beim In-die-Röhre-starren fehlt das Training fürs Auge, sich auf Weite und Ferne einzustellen.

Ein weiteres Problem ist der Kalorienkonsum: Kinder haben vor dem Fernseher oft auch etwas Süßes oder Knabbereien neben sich stehen. Dazu kommt eklatanter Bewegungsmangel. Darum schlagen auch Kinder- und Jugendärzte Alarm. Denn Kinder im Alter zwischen vier und neun Jahren werden umso dicker oder gar fettleibiger, je länger sie ohne Regung vor dem Apparat sitzen.

Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen führen Forscher inzwischen ebenfalls unter anderem auf übermäßigen Fernseh-Konsum zurück. Einer Studie zufolge, die im US-amerikanischen Seattle durchgeführt wurde, wächst das Risiko für Aufmerksamkeitsprobleme mit jeder Fernsehstunde pro Tag um zehn Prozent. Siebenjährige, die als Kleinkinder drei Stunden am Tag vor dem Fernseher saßen, waren um rund 30 Prozent mehr gefährdet als andere, die erst später in die Röhre schauen durften.

Um Kinder vor diesen schlimmen Folgen zu bewahren, fordern die Forscher von der BZgA, dass in Kinderzimmern generell keine Fernseher stehen sollten. Die Experten raten, konkrete Zeiten und Sendungen festzulegen, zu denen der Nachwuchs fernsehen darf. Laut BZgA ist eine Sendung pro Tag genug. Morgens vor Schule oder Kindergarten, während der Mahlzeiten und unmittelbar vor dem Schlafengehen sollte die Flimmerkiste ausgeschaltet bleiben. Dauert eine Sendung länger als die vereinbarte Zeit, kann sie aufgenommen und später portionsweise angesehen werden.

Wichtig ist laut den Forschern, dass Eltern mit ihren Kindern über die gesehenen Sendungen sprechen und sie nicht mit den erlebten Eindrücken alleine lassen. Dazu sei aber zwingend notwendig, dass Mutter oder Vater die Sendungen selbst anschauen und sich damit beschäftigen.

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