Wo Geschichte fühlbar wird

- Neuschwanstein und Herrenchiemsee, die Münchner Residenz und Schloss Nymphenburg - überall finden sich steinerne Zeugen der glanzvollen Vergangenheit Bayerns. Für all diejenigen, die diesen Zeiten wehmütig nachtrauern, ist das Jahr 2006 dennoch ein Grund zum Feiern, denn genau vor zweihundert Jahren nahm Kurfürst Maximilian IV. Joseph den Titel "König von Bayern" an und erhob Bayern damit zum Königreich.

Ihm folgten bis zum Jahr 1918 fünf weitere Monarchen - Ludwig I., Max II., der "Märchenkönig" Ludwig II., Prinzregent Luitpold und schließlich Ludwig III. Grund genug für den Bayerischen Rundfunk, diesen Herrschern die sechsteilige Reihe "Königreich Bayern" zu widmen, die von diesem Samstag an wöchentlich um 20.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen zu sehen sein wird.

"Der König als Mensch und seine Wirkungsgeschichte bis ins Heute stehen hier im Mittelpunkt." Ulrike Leutheusser, BR

,"Wir wollen damit der Ausrufung Bayerns zum Königreich gedenken", so die verantwortliche Programmbereichsleiterin Ulrike Leutheusser feierlich. Doch nicht nur die Königstreuen unter den bayerischen Zuschauern sollen daran ihre Freude haben, betont Leutheusser. "Wir wollen vor allem auch die bedienen, die noch etwas hinzulernen wollen." Denn diese Zielgruppe - das könne sie versprechen - würde "ganz neue Erkenntnisse gewinnen."

Tatsächlich sind den sechs Autoren in enger Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilians-Universität Herrscherporträts gelungen, die nicht nur gleichermaßen informativ und unterhaltsam sind, sondern zum Teil ganz neue Blickwinkel auf Bayerns Könige eröffnen. Die Wittelsbacher waren politischer Taktierer oder Kunstförderer, bodenständiger Bayer mit einer Passion für das Landleben, exzentri-scher Schöngeist oder unsicherer Zauderer. "Der König als Mensch und seine Wirkungsgeschichte bis ins Heute stehen hier im Mittelpunkt", schwärmt Leutheusser. "Geschichte wird regelrecht fühlbar."

Um diesen plastischen Gesamteindruck noch zu verstärken, können echte Fans der bayerischen Monarchen die Filme übrigens schon vorab begutachten - in passendem Ambiente. Jeweils ein bis drei Tage vor der Ausstrahlung feiern die einzelnen Teile an so genannten "Königlichen Abenden" Premiere. In verschiedenen, zum entsprechenden Herrscher gehörigen Schlössern und Bauwerken und umrahmt von Konzerten zeitgenössischer Musik werde "Geschichte tatsächlich erlebbar", versprechen die Initiatoren.

Und selbst die Stimme des Sprechers garantiert hochkarätigen Genuss. Der Schauspieler und Kabarettist Jörg Hube vertonte die königliche Reihe für den Münchner Sender und hatte offensichtlich viel Spaß dabei. "Der Vorteil, bei einem solchen Projekt mitzuarbeiten, liegt auf der Hand. Auf diese Weise kann ich als Sprecher meine Achtelbildung wenigstens mal auf eine Viertelbildung aufstocken", sagt er und lacht. Außerdem seien die Einflüsse bayerischer Könige tatsächlich bis heute spürbar - nicht nur in den Sehenswürdigkeiten, die sie Bayern hinterlassen haben, so Hube: "Die Verbindung zwischen Max I. Joseph und Edmund Stoiber hat mich schon immer interessiert . . ."

Der erste "Königliche Abend" findet morgen um 19 Uhr im Kaisersaal der ReMünchner Residenz statt. Karten zu 17 Euro sind erhältlich unter Telefon 089/36 79 28 und an der Museumskasse.

Informationen zu den anderen "Königlichen Abenden" gibt die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, Telefon 089/17 90 80.

Infos im Internet unter www.schloesser.bayern.de.

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