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Szene aus dem "Tatort" Frankfurt: Unberechenbar: Alexander Nolte (Nicholas Ofczarek) bedroht seine Therapeutin (Ursina Lardi). 

Wahn und Wirklichkeit

"Die Geschichte vom bösen Friederich": Kritik zum "Tatort" aus Frankfurt

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München - Am Sonntag lief "Wahn und Wirklichkeit" in der ARD. Hier lesen Sie die Kritik zum "Tatort" aus Frankfurt.

Update vom 20. Mai 2016: Der zweite Fall der Nürnberger Ermittler läuft am Sonntag in der ARD. Wir sagen Ihnen, ob sich das Einschalten für den Franken-Tatort lohnt.

Update vom 6. Mai 2016: Der Tatort kommt am Sonntag aus Münster. Doch diesmal hält der Krimi nicht, was die Namen Thiel und Boerne versprechen.

Update vom 29. April 2016: Der neue Tatort aus Köln am 1. Mai heißt "Narben" - lohnt sich das Einschalten? Wir haben schon mal reingeschaut.

Psychopathen im Krimi kommen überall hin – sie nehmen wie Raubtiere die Fährten ihrer potenziellen Opfer auf, sie stehen plötzlich in Wohnungen und sogar im Kommissariat. Niemand, so scheint es, kann sie stoppen, bevor es zu spät ist. Dieses genretypischen Prinzips bedienen sich auch die Macher des neuen Frankfurter „Tatort“ (ARD), sie zeigen die Hauptfigur als das Geschehen jederzeit beherrschenden Bösewicht, der ganz ohne vordergründige Affekte quält und tötet – gemäß der titelgebenden Figur vom „bösen Friederich“.

Nicholas Ofczarek spielt einen Mörder, den auch „lebenslange“ Haft nicht bessern konnte, einen Menschen, dem es „nur um Vernichtung geht“, wie es Ex-Gutachterin und Kommissarin Anna Janneke (Margarita Broich) schwant. Man sieht Ofczareks Alexander Nolte die dunklen Gedanken von Weitem an, ohne dass es ihm freilich gelänge, das subtil Dämonische eines Lars Eidinger in dessen Rolle als wahnsinniger Postbote im Kieler „Tatort“ herzustellen. Da helfen auch visualisierte Mordfantasien nichts. Schwer nachvollziehbar ferner, warum Psychologin Helene Kaufmann (Ursina Lardi) diesem alles andere als attraktiven Typen so verfällt.

Blendet man Brüche wie diesen aus, ist „Die Geschichte vom bösen Friederich“ (Buch: Volker Einrauch, Regie: Hermine Huntgeburth) über weite Strecken nicht nur Krimi, sondern auch interessante Studie über Wahn und Wirklichkeit, zelebriert in lakonischen Dialogen. Muss sich nicht auch die Kommissarin wie so mancher Patient als einzige Normale unter lauter Verrückten fühlen? Umgeben von Kollegen, die nicht sehen wollen, was doch offensichtlich ist? Unverständlich dann allerdings, warum sie sich so in Gefahr begibt, indem sie Nolte in ihre Wohnung lässt.

Sei’s drum – am Ende wird’s noch richtig spannend im dritten Fall von Janneke und ihrem Kollegen Paul Brix (Wolfram Koch). Einem so vielversprechenden Team – nicht zu vergessen Roeland Wiesnekker als Kommissariatsleiter – sieht man auch eine etwas schwächere Episode nach.

Die Tatort-Teams im Überblick

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