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Günther Jauch nahm AWD-Gründer Carsten Maschmeyer in seiner Talkshow in den Schwitzkasten.

In seiner Talkshow

Gierige Manager: Jauch greift Maschmeyer an

Berlin - In seiner sonntäglichen Gesprächsrunde zum Thema "Gierige Manager" hat Gastgeber Günther Jauch den umstrittenen AWD-Gründer Carsten Maschmeyer arg in Bedrängnis gebracht.

"Den Managern ans Gehalt! Brauchen wir ein Gesetz gegen die Gier?" hieß das Thema von Günther Jauchs Talkshow am Sonntagabend. Anlass war das kürzlich verabschiedete Referendum, in dem sich die Schweizer mehrheitlich gegen überhöhte Gehälter der Konzern-Chefs aussprachen. Auch hierzulande reagieren unzählige Angestellte auf die Gehalts-Exzesse der Firmenlenker mit Unverständnis und Wut.

Die Gäste: Brüderle, Wagenknecht, Reif und Minder

Neben dem FDP-Fraktionschef im Bundestag, Rainer Brüderle , saßen auch die stellvertretende Vorsitzende der Linken, Sahra Wagenknecht , Sportjournalist Marcel Reif und Thomas Minder in der Runde, seines Zeichens Gründer der "Initiative gegen Abzockerei", die das besagte Referendum ins Leben gerufen hatte. Besonders in Schwitzen kam aber einer: der Unternehmer und AWD-Gründer Carsten Maschmeyer. Auf ihn hatte es Moderator Jauch besonders abgesehen: Der 51-Jährige habe "nicht wenige Kunden in den Ruin getrieben". Erst nach heftiger Kritik an seiner Person hatte Maschmeyer die Arbeit bei dem Unternehmen beendet.

Ausnahmelohn für Ausnahmeleistung

Während Wagenknecht eine gesetzliche Grenze für den Verdienst von Top-Managern forderte - das Zwangzigfache des am schlechtesten bezahlten Angestellten -, wollte FDP-Kanzlerkandidat Brüderle, dass die Miteigentümer darüber entscheiden dürfen. Maschmeyer jedoch verteidigte die hohen Gehälter, auf die auch er Anspruch erhob und die ihn zu einem sehr reichen Mann machten, mit dem Argument: "Wo Ausnahmeleistungen möglich sind, muss auch ausnehmend bezahlt werden können." Auch auf die Nachfrage Jauchs, ob es keine moralische Grenze gebe, beharrte er auf seiner Sicht der Dinge.

Offensichtlich hatte der Gastgeber den folgenden Angriff auf seinen Studiogast gut vorbereitet, um der Schelte aus den eigenen Reihen zu entgegnen, die er für die Einladung Maschmeyers in seine Sendung hatte einstecken müssen. Einen kritischen NDR-Bericht zu dem AWD-Gründer hatte dieser nämlich vorübergehend verbieten lassen. 

Nun aber zeigte der Moderator in einem Clip aus dem Jahr 1999, wie der AWD-Gründer damals seine Mitarbeiter zu mehr Umsatz anstachelte. Nach diversen Beispielen von ehemaligen Kunden des Finanzleisters, die von diesem um ihr Erspartes gebracht worden waren, fragte Jauch den 51-Jährigen: "Müssten Sie, wenn Sie ein Ehrenmann wären, nicht Tausende Menschen entschädigen?" Doch der Angegriffene wollte davon nichts wissen: Er habe das Geld dafür gar nicht, behauptete er. Das trockene Lachen der Zuschauer im Berliner Gasometer sprach Bände. Maschmeyer wies jede Schuld von sich: "Wenn ein Auto fehlerhaft ist, macht man ja auch nicht den Autoverkäufer haftbar, sondern den Hersteller." 

hn

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