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RTL-Show als "Wetten, dass..?"-Fortführung

Gottschalk verteidigt „Supertalent“

Hamburg - Thomas Gottschalk (62) empfindet seine Arbeit als neuer "Supertalent“-Juror nicht als Karriere-Abstieg. Die RTL-Show sei quasi eine Fortführung von „Wetten, dass..?“

„Ich mache künftig bei RTL genau das, was ich schon beim ZDF mit "Wetten, dass..?" gemacht habe: Menschen vorstellen, die etwas können, was die Welt nicht unbedingt braucht“, sagte der Entertainer dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Gottschalk verteidigte den Senderwechsel und sieht in der Jury an der Seite von Dieter Bohlen (58) und seiner früheren „Wetten, dass..?“-Co-Moderatorin Michelle Hunziker (35) keinen Niveau-Verlust. „Von Herablassen kann hier keine Rede sein. Wir reden von der erfolgreichsten Sendung in Deutschlands erfolgreichstem TV-Sender. Zweitens versuche ich lieber, das Niveau dort anzuheben, wo man mich sehen will, als dass ich bei Arte in Schönheit, aber einsam sterbe.“

Er habe nichts gegen Talentshows. „Ich habe nur was gegen Castingshows, bei denen unterbelichteten Halbwüchsigen weisgemacht wird, sie sind zeit ihres Lebens reich und berühmt, wenn sie gewinnen.“

Dennoch wolle er das „Supertalent“ auch nicht zu einer zahmen Show machen, betonte Gottschalk. „In Deutschland ist nun wirklich inzwischen alles political überkorrekt. Da kann man doch wenigstens in der Unterhaltung mal über die Stränge schlagen. Auch bei "Wetten, dass..?" haben Kandidaten an Elefantenkot und an verschwitzten Gummistiefeln geschnüffelt. Daran geht das Abendland nicht zugrunde.“

In seiner ARD-Vorabendshow, die Anfang Juni nach nur vier Monaten wegen schwacher Quoten abgesetzt wurde, habe er zum Teil den „Weltverbesserer“ gegeben, meinte Gottschalk: „Wollte keiner haben. Jetzt bitte ich eben zum Tanz der taumelnden Titanen. Das kann sehr lustig werden.“

Auch wenn die ARD die Sendung „Gottschalk Live“ recht rasch beendet habe und er jetzt kurz danach seine Jury-Tätigkeit bei RTL ab Herbst ankündigte: Er habe auch WDR-Intendantin Monika Piel „konkret angeboten, für Showformate im Ersten zur Verfügung zu stehen“. Piel habe fest an seinen Erfolg im Vorabend geglaubt. „Ihr gegenüber fühle ich mich im Wort.“

Sein Sender-Hopping erklärte Gottschalk im „Spiegel“-Interview wie folgt: „Es ist bei uns wie bei den Fußballern. Erst werden sie von einem Club für viel Geld gekauft, dann fliegen sie raus, weil sie nichts bringen (...) Deswegen moderiert einer wie ich erst im ZDF und dann gegen das ZDF.“

Und was sagt er seinem „Wetten, dass..?“-Nachfolger? „Ich wünsche dem Markus Lanz jeden Erfolg, aber er muss mit der Konkurrenz genauso leben wie ich.“

dpa

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