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Carolin Reiber und Karl Moik.

Grand-Prix-Boykott: Wir bleiben daheim!

München - Gute Laune, alpenländische Klänge: Dafür steht der Grand Prix der Volksmusik. Doch hinter den Kulissen ist nichts mit heiler Welt.

Heuer feiern ZDF, ORF, das Schweizer Fernsehen und Rai Sender Bozen, die den Musikwettbewerb gemeinsam organisieren, die 25. Ausgabe. Seit 1986 treten jährlich 16 Musiker aus Deutschland, Österreich, Südtirol und der Schweiz gegeneinander an. Doch hinter den Kulissen ist nichts mit heiler Welt. Ausgerechnet zur Jubiläumsshow brodelt es heftig: Erst blies das ZDF den deutschen Vorentscheid ab – die Zuschauerzahlen der Vorjahre enttäuschten. Nun sagen auch noch die Volksmusikstars Carolin Reiber, Karl Moik und Sepp Trütsch ab: „Bevor wir als Kasperl vorgeführt werden, bleiben wir daheim“, sagte Moik der tz.

"Grand Prix der Volksmusik", 28. August, 20.15 Uhr, ZDF

Das Trio hat die Sendung von Beginn an moderiert. Bis im Jahr 2000 jüngere Moderatoren zum Zug kamen. Nun sollten die drei zur Jubiläumssendung kommen. Doch Moik beschwert sich über die „Art und Weise“, wie die Sender mit den Volksmusikgrößen umspringen: „Wir haben erst vor vier Wochen eine Einladung bekommen.“ Per E-Mail – für den 72-Jährigen ein Fauxpas. „Auf die Frage, wie unser Besuch aussehen soll, gab’s dann gar keine Antwort mehr.“

Denn nur ein Platz im Publikum, der reichte Reiber (69), Moik und dem Schweizer Trütsch (61) nicht. „Wir hatten eher an einen Auftritt gedacht“, sagt Moik. Er und seine beiden Kollegen sprachen sich ab. Das Ergebnis: keiner kommt. In Moiks Worten schwingt gekränkte Eitelkeit mit: „Vor Leuten, die Fernsehgeschichte geschrieben haben, sollte man mehr Respekt zeigen.“ Und dann ist da noch die Sache mit dem Fernsehstudio: „Der 25. Grand Prix wird sehr klein gehalten“, beschwerte sich Reiber am Montag. „In das Studio in Wien passen vielleicht ein paar hundert Leute rein.“ Für die Münchnerin ist das kein würdiger Rahmen für ein Jubiläum.

Wie das ORF als federführender Organisator zu den Vorwürfen steht, war am Montag nicht zu erfahren.

Dieser Tage denkt Reiber gerne an die Anfänge des Grand Prix zurück: „Der erste Wettbewerb fand in der Wiener Stadthalle statt, da war Platz für 5000 Leute.“ In diesen Glanzzeiten geschahen auch die Momente, die Volksmusikfans unvergessen bleiben: Etwa als 1989 der 13-jährige Stefan Mross den Wettbewerb gewann. Er war für Österreich mit der Heimwehmelodie aufgetreten. Moik war so ergriffen von dem Sieg des jungen Trompeters, dass er die Tränen nicht mehr zurückhalten konnte. „Das meiste habe ich dir zu verdanken, das weißt du sowieso“, sagte der Bub zum weinenden Moderator.

Momente, die Jahrzehnte zurückliegen. „Die Fernsehanstalten werden sich von dieser Art der Unterhaltung früher oder später sowieso verabschieden“, glaubt Moik. Eine Einschätzung, die die Gerüchteküche weiter anheizt. Angeblich denkt das ZDF darüber nach, den Grand Prix heuer zum letzten Mal mitauszurichten. Davon will die Pressestelle in Mainz nichts wissen: „Das ist das erste Mal, dass wir davon hören.“

EH

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