Grimme-Preise vergeben - "Starkes Jahr für den deutschen Fernsehfilm"

Düsseldorf - Die öffentlich-rechtlichen Sender sind bei der diesjährigen Vergabe der Grimme-Preise wieder die großen Gewinner. Sie haben zehn der zwölf Auszeichnungen eingeheimst. Die Privatsender ProSieben und Sat.1 erhielten aber derweil für die Produktionen "Dr. Psycho" und "Fröhliche Weihnachten" gleich beide Preise im Wettbewerb Unterhaltung.

"Es sind die Privaten, die bei der Unterhaltung wieder die Akzente setzen", so der Direktor des Adolf-Grimme-Instituts, Uwe Kammann, bei der Bekanntgabe der Gewinner.  Für den deutschen Fernsehfilm sei es "ein besonders starkes Jahr" gewesen. "Wir hatten mindestens zehn Filme, die diesen Preis verdient hätten", sagte Jurymitglied Richard David Precht. Jedoch waren im Bereich Fiktion nur fünf Auszeichnungen zu vergeben. So schrammte die WDR-Produktion "Contergan" knapp an einem Preis vorbei.

Bereits zum siebten Mal kann sich Erfolgsregisseur Dominik Graf über die Ehrung durch das Grimme-Institut freuen. Diesmal machte sein Thriller "Eine Stadt wird erpresst" (ZDF/Arte) das Rennen. "Ein Glanzstück des Genres. Ein großes Lob für die Kameraarbeit und die Darsteller", so Kammann.

Zu den anderen erfolgreichen Beiträgen der Öffentlich-Rechtlichen zählt die ZDF-Serie "KDD - Kriminaldauerdienst" mit Manfred Zapatka. Hier wird Polizeialltag gezeigt. "Die Menschen reden, wie Menschen wirklich reden - und nicht wie im Fernsehen", sagte Jurymitglied Precht. Auch das Geschichtsdrama "An die Grenze" (ZDF/Arte) wurde ausgewählt. Nach Prechts Darstellung ist der Liebesfilm über den Alltag ostdeutscher Soldaten an der innerdeutschen Grenze der stärkste Film zur DDR-Geschichte seit längerer Zeit. Außerdem erhalten noch das Schuldrama "Guten Morgen, Herr Grothe" (ARD/WDR) und der Film "Eine andere Liga" (ZDF/Arte) über ein deutsch- türkisches Mädchen, das an Krebs erkrankt, eine Auszeichnung im Wettbewerb Fiktion.

Die Jury prangerte erneut an, dass die Sender bei der Unterhaltung auf bewährte Formate oder kopierte Ideen aus dem Ausland setzten. Als wohltuende Ausnahme prämierte das Grimme-Institut die Comedy-Krimiserie "Dr. Psycho" (ProSieben) - "eine deutsche Eigen- Entwicklung, die nicht aus bewährten Vorlagen entwickelt ist", so Juror Gerd Hallenberger. Auch die Comedyshow "Fröhliche Weihnachten" (Sat.1), in der Anke Engelke und Bastian Pastewka gängige Shows aufs Korn nehmen und neben den Moderatoren auch alle Gäste spielen, erhielt einen Preis.

Die Grimme- Verleihung ist am 4. April in Marl geplant.

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