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Günther Jauch bei seinem letzten Auftritt in seiner Show.

Abschied nach viereinhalb Jahren

Günther Jauch: So lief seine letzte Talkshow

Berlin - Mehr als vier Jahre moderierte Günther Jauch die politische Talkshow der ARD am Sonntagabend. Jetzt übergibt er das Format wieder an Anne Will - die bringt nach Einschätzung eines Medienexperten gute Voraussetzungen mit.

Günther Jauch hat sich von seiner politischen Talkshow in der ARD verabschiedet und um Vertrauen für seine Nachfolgerin Anne Will geworben. „Herzlichen Dank, dass Sie uns diese viereinhalb Jahre so wunderbar die Treue gehalten haben“, sagte der 59-Jährige in seiner letzten Sendung am Sonntagabend in Berlin. Der Moderator bat das Publikum, dieses Vertrauen auch seiner Nachfolgerin entgegenzubringen - „die es wirklich verdient hat“.

Will hatte bereits bis zum Frühjahr 2011 im Ersten eine Talkrunde am Sonntagabend. Jetzt bekommt sie den Sendeplatz zurück. Nach Einschätzung des Medienwissenschaftlers und ehemaligen Leiters des Grimme-Instituts, Bernd Gäbler, hat sie „beste Voraussetzungen“. „Das ist ja ganz selten, dass jemand einen Sendeplatz weggenommen kriegt - und ihn dann wiederbekommt“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

In der Zwischenzeit sei Will „souveräner“ und „selbstbewusster“ geworden, sagte Gäbler. Sie sei womöglich nicht ganz so populär wie Jauch und werde eventuell etwas niedrigere Quoten haben. In der Sache werde sie das aber gut machen. Dass sie den Wechsel des Sendeplatzes so mitgemacht habe, zeige zudem Loyalität, und werde von den Sendern goutiert. Will tritt die Nachfolge von Jauch am 17. Januar an.

Moderator Jauch hingegen konzentriert sich künftig auf seine Arbeit für den Privatsender RTL, wo er die Rateshow „Wer wird Millionär?“ moderiert. Im Sommer hatte Jauch angekündigt, seinen Vertrag bei der ARD nicht verlängern zu wollen. Er nannte damals berufliche und private Gründe, führte das aber nicht näher aus.

In seiner letzten Gesprächsrunde im Berliner Gasometer interviewte Jauch als einzigen Gast Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Die beiden sprachen eine Stunde lang etwa über die Flüchtlingskrise und Schäubles politisches Leben. Schäuble verteidigte unter anderem seinen umstrittenen Vergleich der Flüchtlingszuwanderung mit einer Lawine. „Das mit der Lawine, das ist mir sehr ernst“, sagte Schäuble. Man müsse nicht nur die objektiven Probleme benennen, sondern das Flüchtlingsproblem auch für Menschen verständlich machen.

Zugleich wies er Spekulationen zurück, er habe mit dem Bild vom „unvorsichtigen Skifahrer“, der eine Lawine auslösen könne, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wegen ihrer Flüchtlingspolitik gemeint. Er habe der Kanzlerin gesagt, es tue ihm leid, sagte Schäuble. Auch habe er Merkel gegenüber betont: „Ich hab' bei Ihnen alle möglichen Vorstellungen, aber nicht die von einem Skifahrer.

dpa

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