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Freut sich über große Namen, zumal wenn sie nicht nur die Zeit absitzen, sondern ganz entspannt plaudern: Thomas Gottschalk, hier mit Hollywoodstar Uma Thurman.

Hässlicher Fleck auf der Quotenbilanz

Erstmals sahen weniger als zehn Millionen Zuschauer den ZDF-Klassiker „Wetten, dass...?“

Es sind nur ein paar hunderttausend weniger, aber sie sorgen für einen hässlichen Fleck auf der noch immer sehr guten Quotenbilanz von „Wetten, dass...?“ im ZDF. Erstmals fiel mit der Sendung am Samstag in Berlin eine reguläre Ausgabe der Show unter die Marke von zehn Millionen Zuschauern. „Nur“ 9,68 Millionen Fans wollten die Auftritte von Anke Engelke und Alicia Keys, Uma Thurman und Pink sehen.

Vor einem Monat in Nürnberg sahen noch 11,08 Millionen zu. Lediglich das Sommerspecial aus dem vergangenen Jahr in Palma de Mallorca hatte mit 9,87 Millionen Zuschauern bisher eine ähnlich niedrige Quote erzielt.

Damit zeigt sich, dass auch die jüngste Modernisierung den allmählichen Exodus des Publikums offenbar nicht aufhalten kann. Zwar war der schon bald dreißig Jahre alte Showklassiker auch am Samstag noch die mit Abstand meistgesehene Sendung des Tages, doch vor allem die Jüngeren kehren der Sendung den Rücken – und wenden sich vor allem dem Angebot von RTL zu.

So erreichte „Das Supertalent“ mit Chefjuror Dieter Bohlen gute 3,01 Millionen Zuschauer aus der für die Werbung wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen. Gottschalk erreichte in diesem Segment gerade einmal 3,17 Millionen. Immer häufiger schickt vor allem die private Konkurrenz aus Köln quotenträchtige Formate wie „DSDS“ oder die „Dschungelshow“ am Samstagabend ins Rennen. Noch vor Jahren hatten sowohl die ARD als auch die Privaten resigniert zumeist alte Spielfilme oder Showkonserven platziert, wenn im Zweiten „Wetten, dass...?“ lief.

Schon länger zeigt die Quote der noch immer erfolgreichsten Fernsehshow Europas kontinuierlich fallende Tendenz. So verlor das Format den Zahlen von Media Control zufolge seit 2006 im Jahresdurchschnitt jeweils eine knappe Million Fans. Beim ZDF reagierte man am Sonntag ein wenig gereizt auf die schlechte Quotennachricht. Rund zehn Millionen Zuschauer seien „ein tolles Ergebnis, das andere gerne hätten“, so Sendersprecher Peter Hill auf Anfrage unserer Zeitung.

Rudolf Ogiermann

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