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Harald Schmidt hinterlässt der ARD "'ne Menge Kohle“ (Schmidt als Volpone, Foto vom 26.05.2010).

Harald Schmidt fühlt sich vernachlässigt

Berlin - Harald Schmidt hat sich von der ARD vernachlässigt gefühlt. Jetzt geht er zurück zum Privatsender Sat.1 und hinterlässt der ARD "26 Sendeplätze und 'ne Menge Kohle“.

Die wussten nicht, wohin mit mir“, sagte Schmidt, der überraschend zurück zum Privatsender Sat.1 wechselt, der Wochenzeitung “Die Zeit“. Jetzt hinterlasse er “26 Sendeplätze und 'ne Menge Kohle“. Sein Etat reiche “für 500 Ina-Müller-Sendungen“.

Laut Schmidt ist es in der ARD zunehmend einsamer um ihn geworden: “Ab und zu erreichte mich irgendein Konzept. Die Weihnachtsgrüße sind von Jahr zu Jahr formeller geworden“, sagte er in dem am Mittwoch vorab verbreiteten Beitrag. Als ehemaliger Marxist und Zivildienstleistender könne er mit dem Satz “Völker, hört die Signale“ viel anfangen. “Ich habe die Signale verstanden“, sagte der 53-Jährige.

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“Gut finde ich, dass ich in Zeiten der großen Finanzkrisen in einem börsennotierten Unternehmen wieder anfange“, sagte der Moderator weiter. “Nicht mehr die undurchsichtige Welt der ARD, sondern die klare Frage: Bist du Dein Geld wert?“, wird er zitiert. Es habe in der vergangenen Zeit nur wenige direkte Kontaktaufnahmen aus der ARD zu ihm gegeben, berichtete er.

Kein Talent fürs Theater

Harald Schmidt sagt von sich er habe nicht das Talent für eine große Schauspielerkarriere (Archivbild vom 29.11.2008 bei der Gala, Schmidt singt eine Szene aus seiner Hamlet Inszenierung).

Wie Schmidt weiter sagte, habe er erkannt, dass er nicht das Talent für eine große Schauspielerkarriere am Theater habe. “Früher dachte ich, in Wahrheit kann ich das auch. Heute weiß ich, nein, da fehlt die Begabung. Ich habe im Theater meine Grenzen kennengelernt.“ Die zahlreichen Theatererfahrungen der vergangenen Zeit hätten ihn jedoch zu einer wichtigen Erkenntnis geführt: Im Grunde wollten die Leute immer nur “den Schmidt aus dem Fernsehen sehen“. Das sei für ihn zunächst eine ernüchternde Erfahrung gewesen. Nun könne er es jedoch abgeklärter sehen. “Dies hat mich wieder beschleunigt zurück in meine Originalrolle befördert. Und das ist eben der Late-Night-Moderator.“

Am Montag war bekannt geworden, dass Schmidt ab Herbst 2011 bei Sat.1 zweimal wöchentlich die “Harald-Schmidt-Show“ moderiert und nach dann knapp sieben Jahren der ARD den Rücken kehrt. Er moderierte die Show bereits zwischen 1995 und 2003 für Sat.1. Nach einer Schaffenspause war er im Dezember 2004 im Ersten auf den Bildschirm zurückgekehrt.

Schmidt ist seit September 2009 wöchentlich solo als Late-Night-Talker im Ersten im Einsatz. Zuvor hatte Schmidt mit Oliver Pocher die Show “Schmidt und Pocher“ präsentiert, Pocher war dann aber zu Sat.1 gewechselt. Schmidts aktueller Vertrag mit der ARD läuft noch bis Mitte 2011.

dapd

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