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Nach einer krankheitsbedingten Zwangspause ist „Hart aber fair“-Moderator Frank Plasberg wieder zurück. Thema der illustren Runde: Die Schwere Krise der CDU.

Thema: CDU in der Krise

„Hart aber fair“ (ARD): Frank Plasberg und die „Zerreißung“ der CDU

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Nach einer krankheitsbedingten Zwangspause ist „Hart aber fair“-Moderator Frank Plasberg wieder zurück. Thema der illustren Runde: Die schwere Krise der CDU.

  • Frank Plasberg ist nach Krankheit zurück
  • ARD-Talk: Rücktritt von Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) ist Thema
  • „Hart aber fair“ - Ohne Politiker der AfD

Frank Plasberg ist nach der Krankheit wieder zurück und gleich brandaktuell mit einer Sendung „Hart aber fair“ über die Folgen des Rücktritts von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. 

ARD-Talk „Hart aber fair“: Ohne AfD-Gäste, dafür mit Inhalt

Die gute Nachricht zuerst: In dieser Sendung war niemand aus der Partei der Nazi-Freunde zu Gast. Anders als seine Kolleginnen Maybrit Illner und Anne Will zuvor hatte Frank Plasberg keinen Vertreter der AfD eingeladen. Und das war auch gut so. 

Denn sowohl Alexander Gauland (bei Illner im ZDF) als auch Alice Weidel (bei Will in der ARD) hatten nichts von Substanz beizutragen zum Thema des Wahl-Skandals in Thüringen. Weidel hatte die Sendung von Anne Will vor allem damit verbracht, beleidigt oder arrogant zu grinsen und sich geweigert, ihre Haltung zum Thüringer AfD-Chef Björn Höcke darzulegen. Im Gegenteil: Es sei „unglaublich“, dass der ein Faschist genannt werden dürfe (darf er laut Gerichtsbeschluss) und sie eine „Nazi-Schlampe“. 

„Hart aber fair“ (ARD) mit Frank Plasberg: AKK-Rückzug ist Thema der Talk-Runde

Nun, die Bezeichnung „Schlampe“ könnte man ja weglassen... Aber ohne die Faschistenfreunde störte niemand durch Polemik oder Niveau-Absenkung die neue Ausgabe von „Hart aber fair“ unter dem Motto „Jetzt auch die CDU: Stürzt die nächste Regierungspartei ins Chaos?“. Es ging sogar, anders als bei Plasbergs Boulevard-Themen, ausgesprochen friedlich zu. Denn die Gäste legten es nicht auf Polemik an. 

Thomas Oppermann (SPD), Bundestags-Vize, bescheinigte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer in „Hart aber fair“ gar, sie sei eine „anständige Politikerin“, und es wurde weniger über ihre Fehler als über die innerparteilichen Zwistigkeiten der CDU geredet. Es gebe eben Kräfte in der Partei, die einen Vorsitz „auch zerlegen können“, erläuterte Kristina Dunz von der Rheinischen Post, das Abweichen von Merkels Kurs könnte die Position ihrer Nachfolgerin geschwächt haben. Politologe Karl-Rudolf Korte sah einen historischen Zusammenhang: Es habe in den vergangenen Jahren stets eine Übergangs-Leitung der CDU gegeben und nicht zwei lange „Regentschaften“ hintereinander. Gleichwohl befand Marina Weisband, AKK sei auch über ein „Hufeisen gestolpert“, denn sie habe „sich nie nach rechts abgegrenzt, ohne auch links zu sagen“. 

„Hart aber fair“ (ARD): Frank Plasberg ist zurück und debattiert auch über die Rolle der AfD

Das hat die CDU-Vorsitzende beibehalten, weshalb Oppermann die Krise der Konkurrenz auch damit erklärte, dass die Richtungsfragen ungeklärt geblieben seien. Korte argumentierte dagegen, „die Versuche, rechts zu blinken“, seien eigentlich durch bei der CDU; es gebe eher einen Dissens mit den Christdemokraten in Ostdeutschland. Von dort kommen denn auch erschreckend offene Forderungen nach einer Öffnung zur AfD hin – mit dem (falschen) AfD-Argument, man dürfe ein Viertel der Wähler nicht ignorieren. Während Norbert Röttgen (CDU), Talkshow-Dauergast, darauf beharrte, es gebe eine Brandmauer zur AfD. Korte warnte, es werde die CDU zerreißen, „wenn sie diese Flanke aufmacht“. Fragt sich, ob sie nicht schon offen ist, siehe „Werte-Union“. 

„Hart aber fair“ (ARD):  Frank Plasberg und seine Gäste debattieren in der ARD

Röttgen erklärte in „Hart aber fair“ deren rechtslastige Interventionen zu „vereinzelten Stimmen“, doch sie sind recht laut vernehmbar. Die von fortschrittlichen Kräften befürchtete künftige Öffnung der CDU nach rechts könnte schon in den nächsten Wochen wirksam werden, wenn es um die erneute Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen geht. Derzeit will man nicht für Bodo Ramelow stimmen – einzig, weil er, obwohl er sozialdemokratische Politik macht, bei der Linken ist. Die AfD und die Linke gleichzusetzen, sei unangemessen, so Oppermann. Röttgen hielt dagegen, dass die Partei in der Nachfolge der SED ihre Geschichte nicht aufgearbeitet habe, musste sich aber zu Recht von Cem Özdemir an die DDR-„Blockflöten“ von CDU und Liberalen erinnern lassen. 

Thema bei „Hart aber fair“: Die schwere Krise der CDU. 

Der Grüne erklärte die Abgrenzeritis mit der Angst der CDU vor Forderungen, sich dann auch zur AfD zu öffnen. Politologe Korte hatte einen Rat für die CDU: Sie solle formulieren, wo das bürgerliche Gestaltungsziel liege; es wäre ein Ausweg aus der Krise, „sich selbst attraktiv zu machen“. Stattdessen könnte es dazu kommen, dass die Partei sich selbst zerfleischt – wenn sie dem Plan ihrer Noch-Vorsitzenden folgen sollte. 

„Hart aber fair“ (ARD): CDU muss zügig die Personalfrage klären

Denn bei der Ankündigung ihres Abgangs hat Annegret Kramp-Karrenbauer den nächsten Fehler begangen: Ihr schwebt vor, die Kandidaten- und Vorsitzendenfrage auf dem Parteitag Ende des Jahres zu klären. Dem erteilten prominente Parteifreunde eine Absage. Hessens Landesvater Volker Bouffier erklärte in den Tagesthemen, man könne sich doch nicht „allen Ernstes ein Dreivierteljahr mit sich selbst beschäftigen“. Es sei ein zügiger Prozess nötig. Und CSU-Chef Markus Söder sprach sich klar gegen einen „Schönheitswettbewerb“ aus. Und wer soll's werden? 

Frank Plasberg stellte diese Frage an die Gäste aus den Parteien erwartungsgemäß vergeblich. Von Professor Korte immerhin bekam er eine Antwort: Wenn der Parteitag entscheide, habe NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die größten Chancen. Sollte die CDU ihre Mitglieder befragen (was bislang nicht vorgesehen ist), könnte der nächste CDU-Vorsitzende Friedrich Merz heißen. Eine Frau aber ist weit und breit nicht in Sicht... 

„Hart aber fair“, ARD, von Montag, 10. Februar, 20.30 Uhr.

Gut zwei Wochen war ARD-Moderator Frank Plasberg von der Bildfläche verschwunden. Er hatte mit einer ungewöhnlichen Krankheit zu kämpfen.

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