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Reinhold Beckmann hat seinen Bruder auf tragische Weise im Krankenhaus verloren.

„Hart aber Fair“

Beckmann spricht über den tragischen Tod seines Bruders

Bei „Hart aber Fair“ geht es oft ziemlich rau zu. Dagegen sorgte Reinhold Beckmann am Montagabend für einen ganz persönlichen und emotionalen Moment in der ARD-Sendung.

„Herzlich Willkommen auf dem Parkplatz der vergessenen Themen“, sagt Frank Plasberg zu Beginn seiner ARD Talkshow am Montagabend. Mit diesem Satz moderiert Plasberg das Thema der Sendung an: „Gefahr Krankenhaus – Wenig Personal, aber reichlich Keime?“

Zu den Gästen bei „Hart aber Fair“ zählten unter anderem die Krankenschwester Jana Langer, die einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin und den Bundesgesundheitsminister geschrieben hatte (nachzulesen auf dem Münchner Portal merkur.de) sowie Reinhold Beckmann. Der Moderator und Journalist hat für eine Reportage in Krankenhäusern recherchiert. Er hat einen Film über die Auswirkungen von Sparmaßnahmen in einem Krankenhaus gemacht. Im Fokus stand dabei für ihn ein wichtiger Aspekt: Keime. Keime in den Krankenhäusern breiten sich seiner Meinung nach aus, weil dort an Personal gespart würde. 

„Hier wird viel mehr operiert und das Pflegepersonal ist abgebaut worden. Die Schwestern sind so unter Stress und kommen in Situationen, dass sie auch Fehler machen“, sagt Beckmann in die Runde. Die Hygienestandards könnten nicht mehr erfüllt werden.

Emotionale Geschichte von Reinhold Beckmann

Hinter der Reportage steckt ein ganz persönliches Schicksal: Reinhold Beckmann hat seinen älteren Bruder durch eine Krankenhausinfektion verloren. 

Wie es dazu kam, erfahren die Zuschauer in einem kurzen Filmausschnitt. Beckmann berichtet darin über Krankheit und Tod seines Bruders Wilhelm vor sieben Jahren: Sein Bruder war damals an einer Lungenfibrose erkrankt und seine letzte Chance eine Lungentransplantation gewesen. In einem deutschen Krankenhaus wurde Wilhelm Beckmann operiert. Die Operation verlief zunächst gut, doch dann war sein Körper plötzlich mit sogenannten multiresistenten Keimen infiziert. Bald nach der Transplantation starb er.

Auch der damalige Chirurg seines Bruders, Dr. André Simon, heute Chefarzt an einer Klinik in London, kommt zu Wort. „Er hatte einen Keim und den haben wir auch behandelt, aber er war so krank,“ sagt der Chirurg. 

„Mein Bruder hat sich am ersten Tag diesen Keim geholt und sein Immunsystem war natürlich nach der Lungentransplantation heruntergefahren“, erzählt Reinhold Beckmann. Sein Körper hätte es einfach nicht geschafft. Vorwürfe macht Beckmann den Ärzten aber keine.  

Krankenhauskeime in Deutschland

Wie viele Patienten sterben in Deutschland an Krankenhauskeimen? Das Robert Koch Institut (RKI) schätzt sehr vorsichtig, aber selbst dann sind diese Zahlen erschreckend:

  • Jährlich gibt es 600.000 Krankenhausinfektionen, berichtet das RKI. 
  • Bis zu 15.000 Todesfällen jährlich. 

Zum Vergleich: Im Straßenverkehr in Deutschland starben laut Statistischem Bundesamt im vergangenen Jahr 3.200 Menschen.

„Gefahr Krankenhaus – Wenig Personal, aber reichlich Keime?“ Die Sendung vom 3. April können Sie online hier anschauen.

ml  

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