Heinrichs Frauen

München - Taktische Spiele auf englischem Rasen statt im Stadion: ProSieben startet die Historienserie "Die Tudors".

Ob nun aus Solidarität mit den Engländern, die nicht an der Fußball-Europameisterschaft beteiligt sind, oder aus Fußball-Verdruss: Von diesem Samstag an können sich Fernsehzuschauer auf die britische Insel und ins 16. Jahrhundert flüchten. An vier aufeinanderfolgenden Samstagen zeigt ProSieben jeweils um 20.15 Uhr die ursprünglich zehnteilige amerikanisch-britisch-irische Reihe "Die Tudors", die eigentlich als Miniserie angelegt war. Weil sie in den USA, in Kanada und Großbritannien aber so großen Erfolg hatte - sie erhielt zwei Emmys sowie zwei Golden-Globe-Nominierungen -, ist bereits eine dritte Staffel in Planung.

Jonathan Rhys-Meyers spielt den attraktiven und überheblichen König Heinrich VIII., dessen Onkel zu Beginn der Filmreihe von französischen Attentätern ermordet worden ist. Der junge Monarch brennt dafür, an Frankreich Rache zu nehmen und dem Land den Krieg zu erklären. Und seine Berater unterstützen ihn darin. Nur sein Lordkanzler, der die hohen Kosten scheut und außerdem auf die Papstwürde spekuliert, rät ihm ab. Der anschließende Friedensvertrag scheint allerdings nicht lange zu halten. Unterdessen zettelt der Herzog von Buckingham eine Intrige an, und Königin Katharina muss um ihre Ehe mit Henry bangen, weil sie ihm noch keinen Thronfolger schenken konnte, dafür aber eine seiner Geliebten schwanger geworden ist. Ergiebiger Stoff also für Sex and Crime in fensehgerechter Manier. Michael Hirst, Mitproduzent und preisgekrönter Autor der "Elizabeth"-Filme (1998 und 2007 mit Cate Blanchett), nahm sich für das Drehbuch auf Kosten der historischen Fakten so einige Freiheiten: Heinrichs zwei Schwestern verschmolzen zu einer, Päpste und Kardinäle wurden umgetauft und die zeitlichen Abläufe fantasievoll abgewandelt. Aber solche Eingriffe erlaubte sich ja schon Shakespeare und erzählte bekanntlich trotzdem viel Wahres.

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