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Katja Wildermuth arbeitet derzeit beim MDR. Sie ist klare Favoritin für den BR.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Heiße Phase der Chefsuche: BR soll Intendantin  bekommen

  • Christian Deutschländer
    vonChristian Deutschländer
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Der Bayerische Rundfunk braucht einen neuen Chef: Intendant Ulrich Wilhelm hört auf. Eine Frau soll seine Nachfolgerin werden, ist der politische Wille. Nach Informationen unserer Redaktion zeigt sich eine klare Favoritin - vom MDR aus dem Osten.

Wer Chef werden will, muss die Nähe zu den Stacheln suchen. Die „Kaktus“-Gruppe im Rundfunkrat, eine informelle Runde parteiungebundener Räte, hat wohl die ausschlaggebenden Stimmen bei der Wahl des neuen BR-Intendanten im nächsten Monat. Bis zu 23 der 50 Stimmen werden dem „Kaktus“ zugeordnet. Ob die Entscheidung so stachelig wird, ist allerdings gar nicht sicher. Am Dienstag, 15. September, ist die Vorschlagsfrist abgelaufen. Nach Lage der Dinge gibt es nur einen kleinen Kreis aussichtsreicher Kandidaten – allesamt Frauen. Der politische Wille, mit der ersten Intendantin des Senders ein Signal zu setzen, scheint sich durchzusetzen.

Nach Informationen des Münchner Merkur haben sich in der „Kaktus“-Gruppe und bei weiteren Kreisen zwei profilierte Favoritinnen vorgestellt. Katja Wildermuth (55), die Programmdirektorin des MDR, wäre bereit, von Halle an die Isar zu wechseln. Sie hat bayerische Wurzeln, in München studiert und bei vielen Räten einen guten Eindruck hinterlassen. Einzelne „Kaktus“-Mitglieder – aber nicht alle – halten sie für die Favoritin. Auch aus der CSU ist diese Präferenz zu hören. Klar dafür positionieren sich nach der Anhörung von sechs Kandidatinnen die Grünen. „Wir werden auf jeden Fall Frau Wildermuth als Vorschlag einreichen“, sagt Rundfunkrätin Susanne Kurz. Das wäre rechnerisch eine dicke Mehrheit, allerdings gibt es im Rat keinen „Fraktionszwang“.

Dahinter wird Anke Mai (54) genannt, Programmdirektorin beim SWR. Sie hat lange Erfahrung beim BR, als profilierte Journalistin wie auch in der Führung, wechselte erst vor Kurzem in den Südwesten. Ihre Vorstellung beschreiben einzelne Räte allerdings weniger euphorisch.

Außenseiterchancen werden Valerie Weber (54) zugesprochen, sie war Programmdirektorin bei Antenne Bayern. Webers Wechsel 2014 zum WDR, nicht gerade konservativ aufgestellt, nennen CSU-nahe Räte kategorisch als Ausschlusskriterium. Nicht zuletzt gab es Gespräche mit Christine Strobl (49), Chefin der ARD-Tochter Degeto, familiär als Schäuble-Tochter engstens mit der CDU verbunden. Sie wird allerdings auch als ARD-Programmdirektorin gehandelt.

Ob es am 22. Oktober im Rundfunkrat überhaupt zur Kampfabstimmung kommt, jedenfalls zu einer knappen, ist ungewiss. „Vor Überraschungen sind wir nie gefeit“, sagt ein Erfahrener. Auch die Namen mehrerer Männer geisterten zuletzt durch die Branche, aber bisher nicht aussichtsreich – darunter der gebürtige Augsburger Christian Vogg (55), heute Schweizer TV-Manager. Die Vorschläge werden diese Woche in den schwarzen, grünen und roten Landtagsfraktionen gewälzt, die heute in Klausur gehen.

Noch ist offen, wer sich wirklich auf die Intendanz einlässt. Das Amt klingt mächtig, Jahresgehalt weit jenseits der 300 000 Euro, ist aber perspektivisch freudlos: Beim Sender geht der Sparkurs weiter, die Erhöhung der Rundfunkbeiträge droht zu scheitern, die Einschnitte wären dann noch blutiger. Der öffentliche Gegenwind ist hoch, die politische Einflussnahme mitunter kleinteilig.

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