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Steffen ­Hallaschka (stern TV) moderiert den „heißen Stuhl“, der zuletzt 1994 bei RTL auf Sendung war.

Hitzige Debatten im RTL-Klassiker

„Der heiße Stuhl“ kehrt zurück - Sarrazin als erster Gast

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München - In den Anfangstagen von RTL war „Der heiße Stuhl“ ein echter Publikumsmagnet - und sorgte für einige Skandale. Nun kehrt der Klassiker wieder zurück. Als Erster nimmt Thilo Sarrazin auf dem Talkthron Platz

„Der heiße Stuhl“,

Montag, 23.10 Uhr, RTL

Einen umstritteneren Gast hätte sich RTL für die Wiederauflage des Talkshow-Klassikers Der heiße Stuhl kaum aussuchen können: 22 Jahre, nachdem das Format zuletzt ausgestrahlt wurde, empfängt Moderator Steffen Hallaschka den Buchautoren und Ex-Politiker Thilo Sarrazin auf dem Talkthron. Im Rahmen des RTL-Thementages Wie sicher ist Deutschland? stellt der 71-Jährige seine provokante These auf: „Wer hier Schutz sucht, muss sich auch benehmen. Kriminelle müssen konsequent abgeschoben werden.“

Thilo Sarrazin.

Dabei bleibt Der heiße Stuhl nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich dem ursprünglichen Konzept der Sendung treu. So muss Sarrazin 50 ­Minuten lang seine radikale Haltung gegenüber mehreren Gästen vertreten, die eine ­Gegenposition zu ihm einnehmen: Die muslimische Publizistin Khola Maryam Hübsch, der Grünen-Abgeordnete Kai Gehring, die Schauspielerin Annabelle Mandeng und ­Polizei-Gewerkschafter Arnold Plickert beziehen im hitzigen Talk Stellung. Es wird um die dramatischen Geschehnisse der Kölner ­Silvesternacht gehen, um organisierte Einbruchskriminalität und um das Sicherheitsbedürfnis der Menschen.

Bereits in den 80er- und ­frühen 90er-Jahren sorgte Der heiße Stuhl für Furore im deutschen Fernsehen. Es wurde gestritten, geschrien und bisweilen auch entsetzt geschwiegen. Etwa als der homo­sexuelle Filmemacher Rosa von Praunheim prominente Kollegen gegen ihren Willen als schwul outete (siehe unten). In insgesamt 159 Sendungen bemühten sich die Moderatoren Ulrich Meyer und Olaf Kracht nicht selten um De­eskalation. Sein jähes Ende fand Der heiße Stuhl, als die Quote sich 1994 innerhalb ­eines Jahres von 5 auf 2,5 Millionen Zuschauer halbierte.

Ob es bei der Neuauflage des Formats ebenso emotional zugehen wird wie damals, bleibt abzuwarten. Fest steht, dass RTL die Sendung nicht regelmäßig ins Programm aufnehmen will. „Nur bei ganz konkreten Anlässen soll Der heiße Stuhl wiederbelebt werden“, sagt ein RTL­Sprecher.

Der größte Skandal

Spätabends an einem Dienstag im Dezember 1991: Rosa von Praunheim tritt in der RTL-Talkshow Explosiv – Der heiße Stuhl auf. In einer beispiellosen Aktion outet der Aktivist den TV-Liebling Hape Kerkeling und Moderator Alfred Biolek, die nicht anwesend sind, vor etwa vier Millionen ­Zuschauern gegen ihren Willen als schwul.

Der damalige RTL-Moderator Ulrich Meyer erinnerte sich bereits zum 20. Jahrestag der Sendung an diesen Moment: „Ich war wie vom Donner gerührt, als Praunheim plötzlich von Biolek und Kerkeling sprach. Ich habe mich in der Moderation noch bemüht zu relativieren, aufzufangen.“ Aber das sei „unumkehrbar“ gewesen.

Auch der Entertainer Hape Kerkeling, der damals 27 Jahre alt war, traute seinen Ohren nicht, als er den Fernseher einschaltete. „Sensiblere Naturen als ich hätten sich in ­einer Kurzschlusshandlung womöglich mit dem Fön in die Badewanne gelegt“, sagte er später im Spiegel-Interview. Doch das Publikum habe „irre normal reagiert“.

Dass er Kerkeling und auch Alfred Biolek outete, bereut der heute 74-jährige von Praunheim keineswegs: „Beiden hat es ja nicht geschadet“, sagte er erst jüngst dem Schwulenmagazin Männer. „Im Gegenteil, ich würde ­sagen, dass es so­gar die Sympathie für ­beide noch verstärkt hat.“

aki

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