Eva Herman bedauert "Missverständnisse"

Hamburg - Ex-Moderatorin Eva Herman (48) hat sich für "Missverständnisse" entschuldigt, die durch ihren Nazi-Vergleich entstanden sind. "Es tut mir leid, wenn meine Äußerungen Anlass zu Missverständnissen gegeben haben", sagte sie einer Zeitung.

"Wenn ich damit die Gefühle von Menschen - insbesondere Opfern der Nazi-Diktatur oder ihren Angehörigen - verletzt haben sollte, dann möchte ich mich dafür entschuldigen", so Herman weiter. Die Kampagne "Laut gegen Nazis" forderte die Autorin auf, auf ihrer Internetseite die Verlinkung zu der Kampagne zu entfernen und diese nicht mehr in den Zusammenhang mit ihrer Person zu stellen. Der Verweis war Dienstagmittag noch auf Hermans Homepage vorhanden.

Die frühere "Tagesschau"-Sprecherin, in vierter Ehe verheiratet und selbst Mutter eines Sohnes, hatte den Umgang der Nationalsozialisten mit der Familie gelobt. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit Herman. Die 48- Jährige stand zuletzt für die Talkshow "Herman und Tietjen" sowie die Ratesendung "Wer hat's gesehen?" vor der Kamera. Der NDR gab bis zum Dienstagmittag keine Auskunft darüber, ob ein neuer Co-Moderator für Tietjen gefunden worden ist. Die nächste Ausgabe der Talkshow ist für Freitagabend (22 Uhr) vorgesehen.

Hermans umstrittene Äußerungen hatten heftige Kritik ausgelöst. Frühere Kollegen der Hamburgerin distanzierten sich von der gelernten Hotelkauffrau. Das ZDF lud sie aus der "Kerner"-Talkshow aus, in der sie Dienstagabend ihr neues Buch "Das Prinzip Arche Noah. Warum wir die Familie retten müssen" vorstellen wollte. "Natürlich bin ich traurig, dass mich einige Leute in eine Ecke stellen, in die ich nicht gehöre", meinte Herman in der "Bild". Aber es gebe auch viele Freunde und Kollegen, die ihr Mut zusprechen würden. Außerdem habe sie "über 1000 Mails" bekommen - "95 Prozent davon Zustimmung". Herman: "Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich das genaue Gegenteil eines Nazis bin." Hermans Tätigkeit bei der "Tagesschau" ruhte schon seit 2006, nach einer Publikation über den Sinn der Emanzipation.

Der Kampagnenleiter von "Laut gegen Nazis - Rechte Gewalt kann jeden treffen", Jörn Menge, bedauerte in einem Schreiben an Herman, dass er das mit der Moderatorin produzierte Hörbuch leider nicht stoppen könne. "Aufgrund Ihrer doch offensichtlich selbst propagierten Ansichten möchten wir keinerlei Verbindung mehr mit Ihnen oder Ihrer Person halten", teilte Menge der Autorin mit.

Hermans Ansichten verharmlosten die Geschichte. Und genau dagegen kämpfe die Kampagne an. "Im Gegensatz zu Ihnen sind wir durchaus der Auffassung, dass nichts von den Nazi-Ideologien stehen bleiben darf." Hermans Verhalten sei im Zusammenhang mit der Kampagne "verantwortungslos und kontraproduktiv, weil Sie neues rechtsextremes Gedankengut fördern und legitimieren".

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