Hier kann man reifen wie guter Wein

Neue "Miss Tagesschau": - Sie ist gerade mal Mitte dreißig - und schon ganz oben. Caroline Hamann spricht heute erstmals die Hauptnachrichten in der ARD und wird schon jetzt als die neue "Miss Tagesschau" gehandelt. "Wenn mir das vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, ich hätte es nicht geglaubt", staunt die Münchnerin und lacht: "Ich hatte einfach Glück."

Doch wenn man auf ihre rasante Karriere schaut, wird schnell klar, dass Glück allein nicht alles erklärt. Nach einem Volontariat bei Pro Sieben arbeitete Hamann als Nachrichtenmoderatorin bei "Spiegel TV", bei den Vox-Nachrichten und beim SAT1-Magazin "Newsmaker", bevor ihr der Sprung zu den Öffentlich-Rechtlichen gelang.

Auf die Deutsche Welle folgte 2001 zunächst das ZDF mit dem "heute journal" und später den "heute"-Nachrichten, bevor die Journalistin Anfang des Jahres zum "Tagesschau"-Team der ARD wechselte. Caroline Hamann sei ein Profi, der einfach zur "Tagesschau" passe, schwärmt ARD-Chefredakteur Kai Gniffke von der neuen Kollegin. Die ideale "Tagesschau"-Sprecherin brauche etwas Sympathisches, Klassisches, Erhabenes, und all das bringe Caroline Hamann mit.

Doch alle Professionalität und Erfahrung schützen nicht vor Lampenfieber, gesteht die 35-Jährige, vor allem, "wenn man weiß, dass das jetzt die Hauptnachrichtensendung der ARD ist, das große Aushängeschild". Quotendruck spüre sie zwar nicht. "Aber ich spüre die vielen Zuschauer. Und das ist auch richtig so. Letztlich braucht man diesen Adrenalinstoß, um gute Arbeit zu leisten."

Im Unterschied zum ZDF ist sie bei den Nachrichten der ARD allerdings "nur" Sprecherin, sie schreibt also die Texte, die sie liest, nicht mehr selbst. Fehlt ihr als Journalistin da nicht etwas? "Ja und nein", antwortet sie zögernd. "Im Prinzip mache ich doch die gleiche Arbeit wie vorher. Ich lese Agenturen und Zeitungen, bringe mich auf den aktuellen Nachrichtenstand, kann eventuelle Formulierungswünsche einbringen."

"Für die Privatsender wäre ich als Frau doch schon bald zu alt."

Caroline Hamann

So groß sei für sie der Unterschied zum ZDF also nicht, zumal auch dort oft gar nicht die Zeit gewesen sei, jede Anmoderation selbst zu verfassen: "Und nur weil man seine Meldungen nicht selbst schreibt, gibt man als Sprecher noch lange nicht sein Gehirn an der Garderobe ab!"

Hamann freut sich sehr über den gelungenen Wechsel von Mainz nach Hamburg. "Ich lebe mit meinem Mann in Hamburg und muss endlich nicht mehr nach Mainz pendeln. Ich konnte langsam keine Hotelzimmer mehr sehen! Seit ich vor Ort arbeite, hab ich viel mehr Power." Sie sei im Guten vom Mainzer Sender weg, betont die Journalistin, und deshalb seien die ehemaligen "heute"-Kollegen für sie auch keinesfalls Konkurrenten. "Im Gegenteil, wir telefonieren oft und lachen darüber, dass wir uns nun gegenseitig im Fernsehen sehen können", berichtet sie. "Ich gucke natürlich hin und wieder auch ZDF, weil ich wissen will, was die so machen. Aber das ist keine Abschätzung der Konkurrenz, sondern eine friedvolle Beobachtung."

Caroline Hamann ist glücklich, bei der ARD im Boot zu sein. Die Genauigkeit und Professionalität der öffentlich-rechtlichen Sender, die Vielfalt der Möglichkeiten und auch die Sicherheit, die sie ihr böten, seien unschlagbar, schwärmt sie. "Für die Privatsender wäre ich als Frau doch schon bald zu alt. Aber bei den Öffentlich-Rechtlichen kann man reifen wie guter Wein! Hier bin ich sicher noch viele Jahre gut aufgehoben..."

Doch was kann noch kommen, wenn man mit Mitte dreißig schon beim Flaggschiff des Marktführers angeheuert hat? "Och, ich weiß doch nicht, was in zehn Jahren ist", wehrt Caroline Hamann ab. "Ich konzentriere mich jetzt erst einmal auf die ,Tagesschau’, und dann sehen wir weiter." Sie habe die Erfahrung gemacht, dass es meist klüger sei, die Dinge auf sich zukommen zu lassen. "Wenn ich in der Vergangenheit wirklich etwas wollte, ist es eigentlich nie eingetroffen. Ich denke, man muss einen gewissen Ehrgeiz haben in diesem Job. Aber nicht zu viel, denn das macht verbissen. Und dann ist man nicht glücklich."

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bauer sucht Frau: Anna verabschiedet sich aus Deutschland - und wo ist Gerald? 
Anna (28) von „Bauer sucht Frau“ hat ihre Koffer gepackt und sich auf den Weg nach Polen gemacht. Die 28-Jährige verabschiedet sich in einem Post von Deutschland - wie …
Bauer sucht Frau: Anna verabschiedet sich aus Deutschland - und wo ist Gerald? 
„Das Sommerhaus der Stars“ 2018: So krass zanken sich die Büchners 
Jens und Dani Büchner lieben und zanken sich im Wechsel. In der letzten Folge von „Das Sommerhaus der Stars“ 2018 war der Frust bei beiden besonders groß.
„Das Sommerhaus der Stars“ 2018: So krass zanken sich die Büchners 
„Das Sommerhaus der Stars“ 2018: Wer ist raus? Und wer ist noch dabei?
Das „Sommerhaus der Stars“ 2018: Am Montag lief bei RTL die zweite Folge. Wer ist raus? Wer ist noch dabei? Der große Überblick.
„Das Sommerhaus der Stars“ 2018: Wer ist raus? Und wer ist noch dabei?
Micaela Schäfer und Felix Steiner im „Sommerhaus der Stars“ 2018
Micaela Schäfer und Felix Steiner ziehen in diesem Jahr neben sieben weiteren „Promi-Paaren“ in das „Sommerhaus der Stars“ 2018. Wir stellen das Paar vor.
Micaela Schäfer und Felix Steiner im „Sommerhaus der Stars“ 2018

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.