News-Ticker: Terror in Barcelona - Fahrer soll erst 17 gewesen sein

News-Ticker: Terror in Barcelona - Fahrer soll erst 17 gewesen sein
+
Unsaubere Geschäfte: Der drogensüchtige Bürgermeister Zischl ­(Maximilian Brückner, re.) macht sich erpressbar.

Interview mit Hauptdarsteller Maximilian Brückner

Hindafing - so ist die neue Heimatserie im BR

  • schließen

München - Am Dienstag startet im BR die Heimatserie Hindafing mit Maximilian Brückner in der Hauptrolle. Wir haben mit ihm über das Projekt gesprochen.

Der Bürgermeister ist auf Droge, der Landrat mafiös und der örtliche Biometzger korrupt – willkommen in Hindafing, einem bayerischen Kaff, wie es in keinem Buche steht. Geadelt wird das fiktive Dorf mit einer hundsgemeinen Heimatserie, die das BR Fernsehen am Dienstag in Doppelfolgen startet. Maximilian Brückner (38) spielt in dieser rabenschwarzen Reihe den cracksüchtigen Bürgermeister Alois Zischl, der sich in einem Geflecht aus unsauberen Geschäften und Intrigen verstrickt. Im tz-Gespräch erklärt der frischgebackene Vater, warum sein Herz für Hindafing schlägt.

Herr Brückner, Sie haben schon so viele Filme gemacht, aber noch nie eine Serie!

Maximilian Brückner: Ja, das stimmt. Ich habe sogar immer gesagt, eine Serie kommt für mich nicht infrage. Aber es hat sich auf diesem Gebiet in den vergangenen Jahren einfach dermaßen viel getan, ich bin selbst ein Serien-Junkie geworden.

Was genau hat Sie umgestimmt?

Brückner: Das Tolle an Serien ist, dass sie ein ganz anderes Universum aufmachen als ein Film, in dem ein Hauptdarsteller durch 90 Minuten gepeitscht wird, und die Nebenschauspieler werden, mal mehr, mal weniger, auf ein Mindestmaß geschrumpft. Bei einer Serie kann eine Nebenfigur, die drei Folgen nur da saß und in die Gegend geschaut hat, auf einmal einen Abgrund auftun. Das ist doch spannend!

Apropos Abgrund. Davon gibt es in „Hindafing“ eine ganze Menge, nicht zuletzt bei Ihrer Figur. Stellen Sie uns diesen Bürgermeister Alfons Zischl doch mal vor.

Brückner: Der Alfons Zischl ist ein drogensüchtiger Bürgermeister, der einen Haufen Schulden und Probleme hat und versucht, alles und jeden zu bescheißen, um seine Sachen durchzusetzen – am Ende seinen kleinen wahren guten Kern aber wiederfindet. Er ist ein bisschen wie der Tom von Tom & Jerry, der anderen Mausefallen stellt und dann aber selbst dauernd reintappt. Hindafing ist allerdings keine Komödie, sondern eine Satire. Es fängt lustig an und wird immer härter und am Ende meist tragisch.

Zischl ist ein, Entschuldigung, richtiges Arschloch. Korrupt, berechnend, ausschließlich auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Als ­Zuschauer mag man ihn trotzdem irgendwie ganz gern.

Brückner: Ja, ich glaube, das liegt daran, dass er seine Frau liebt. Für die würde er alles tun. Ich denke, das gibt ihm beim Zuschauer und bei seinen Mitmenschen sozusagen eine Menge Kredit.

Alfons Zischl (Maximilian Brückner) mit seiner Ehefrau Marie (Katrin Röver)

Sie meinen, die Beziehung zu ­seiner Frau legt den guten Kern in ihm offen?

Brückner: Ja, das denke ich. Und genau diese Bandbreite finde ich so großartig an ihm. Auf der einen Seite kann ich ihn verletzlich zeigen, und dann wieder voll auf die ­Kacke hauen (lacht).

Das Team hinter der Serie ist auffällig jung.

Brückner: Ja, und das merkt man! Der ganze Haufen, vom Autor bis zum Produzenten, das sind alles junge Leute. Die sind ­sozialisiert mit Netflix, mit Amazon und den Serien, die dort laufen. Mir macht das Riesenspaß, mit denen zu arbeiten. Die Musik ist cool, und auch die Kamera ist super. Da steckt einfach ganz viel Herzblut drin. So ist ein ganz eigener Kosmos entstanden. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir irgendwas kopieren.

Ein bisschen was von Fargo steckt aber schon in „Hindafing“, oder?

Brückner: Ja, vielleicht. Aber trotzdem ist es was ganz anderes. Etwas ­Neues.

Und gleichzeitig sehr bayerisch. Wie viel Wahrheit steckt in den Geschichten, die von ganz fieser Politik erzählen, von Erpressung, Korruption...?

Brückner: Natürlich ist Hindafing eine Satire, ­eine Überspitzung. Aber manchmal glaube ich ja, dass die ­Realität immer noch schlimmer ist als jede satirische Über­höhung. Was kriegen wir schon mit? (lacht).

Sie waren selbst mal ­politisch aktiv...

Brückner: Na ja, politisch aktiv... ich war mal Gemeinderat für einen kurzen Zeitraum. Wir erzählen in Hindafing aber nicht nur von der Politik. Der Metzger in Hindafing will auch das größte Stück vom Kuchen des ­Lebens. Genauso wie der Flüchtling oder eben der Bürgermeister.

Daran ist ja auch erst mal nichts ­Falsches, oder?

Brückner: Eben. Die Frage ist, wo ist die Grenze. Wie weit geht einer dafür, seine Interessen durchzusetzen? Wann setzen Skrupel ein? Um diese Fragen geht es. Und jeder, der in einem Dorf groß geworden ist, weiß, wie es in diesem Mikrokosmos manchmal zugeht. Menschen können ganz toll sein, solidarisch und lieb. Aber Menschen können auch sehr, sehr böse sein. Das macht das Leben so interessant.

Man hat Bayern selten so hässlich in Film und Fernsehen gesehen wie hier. Normalerweise wird vor schönster ­Alpenkulisse gedreht, selbst gemordet wird unter strahlend weiß-blauen Himmel.

Brückner: Das darf es meinetwegen auch alles gerne weiterhin geben. Nur wir wollten ganz bewusst davon weg. Denn es gibt auch was anderes in Bayern. Ecken, die nicht so schön sind, ­industriell verwahrlost, kaputt gemacht. Die gehören auch dazu. Und passen eben gut zu der Bösartigkeit, von der wir erzählen. Man muss auch mal ­dahin gehen, wo es wehtut.

Maximilian Brückner mit tz-Redakteurin Stefanie Thyssen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das ZDF eröffnet die Herzschmerz-Saison
Ab Sonntag darf vor dem Fernseher wieder gekuschelt, geschmachtet und geträumt werden – das ZDF eröffnet mit einer neuen Rosamunde-Pilcher-Verfilmung seine …
Das ZDF eröffnet die Herzschmerz-Saison
Hoffen auf den Lucky Punch
München - Wladimir Klitschko wird TV-Experte beim Streamingdienst DAZN – und zeichnete im Münchner Boxwerk einen ersten Beitrag auf.
Hoffen auf den Lucky Punch
Promi Big Brother: Wer ist raus? Wer ist noch dabei?
Es geht schon wieder los: Promi Big Brother bittet erneut mehr oder minder bekannte Stars in den Container und sperrt hinter diesen ab. Wer bei der aktuellen Staffel …
Promi Big Brother: Wer ist raus? Wer ist noch dabei?
Das Sommerhaus der Stars 2017: Wer ist raus? Wer ist noch dabei?
RTL zeigt „Das Sommerhaus der Stars“ 2017. Hier erfahren Sie, wer nach der dritten Folge schon raus ist und welche Kandidaten noch dabei sind.
Das Sommerhaus der Stars 2017: Wer ist raus? Wer ist noch dabei?

Kommentare