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Das Winken können sie schon mal ganz gut: Auf dem Münchner Rathaus-Balkon stehen Peter Kremer als Vorstandsvorsitzender vom FC Rot-Weiß Guido, Hannes Jaenicke als Franz Kaiser, Uwe Ochsenknecht als Udo Honig und Wolfgang Fierek als Paul Greitner (v.l.).

Trailer vorgestellt

Hoeneß-Satire: „Jeder hat dazu etwas zu sagen“

München - In Grünwald wurde der Trailer zur Uli-Hoeneß-Satire „Udo Honig – Kein schlechter Mensch“ von Sat.1 vorgestellt.

„Vielleicht ist das ja auch eine Chance für Dich. Für uns“, mutmaßt die Gattin (gespielt von Gisela Schneeberger), bevor sich die eisernen Tore der JVA Bergland hinter Ehemann Udo Honig schließen. Das Gefängnis bekommt prominenten Zuwachs: Fußballmanager Honig (Uwe Ochsenknecht), der sich aus eigener Kraft vom Metzgersbuben zum mächtigen Fußballpräsidenten hochgearbeitet hatte, geriet mit den wenig elastischen Steuergesetzen in Konflikt. Hinter den hohen Knastmauern gelten allerdings andere Gesetze. Aber Honig begreift auch diesmal schnell und besinnt sich bald wieder auf seine alten Stärken. Dem JVA-Direktor Ludwig Moser (Heiner Lauterbach) bringt er bald die entsprechenden Fakten bei...

Im Rahmen einer Pressekonferenz zeigte Sat.1 gestern, pünktlich zum letzten Drehtag, erstmals den Trailer zur Produktion „Udo Honig – Kein schlechter Mensch“. Der Druck ist groß, und die Aufmerksamkeit, die dem Projekt entgegengebracht wird, erinnert fast ein wenig an diejenige, mit der Honigs reales Vorbild, der ehemalige FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß, vor Gericht konfrontiert wurde.

Sehr rasch, innerhalb von dreizehn Monaten, ist „Udo Honig“ entstanden. „Bei solchen Themen muss man schnell sein“, erklärt Produzent Joachim Kosack von Ufa Fiction das hohe Tempo. Der wenige Minuten kurze Trailer wirkt auf alle Fälle verheißungsvoll. Könnte eine großartige Satire in bester „Schtonk“-Manier werden – oder auch abschmieren wie beispielsweise „Der Rücktritt“, der weniger gelungene Beitrag zu Plagiatsaffäre und Rücktritt des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg. Den inszenierte im Jahr 2013 auch Uwe Janson für den Sender.

Doch Gemecker scheint angesichts der gezeigten Szenen jetzt gar nicht angebracht. Uwe Janson ist ein renommierter, mehrfach preisgekrönter Regisseur, der sich ernsthaft um eine ausgewogene Haltung zur Person Uli Hoeneß bemüht. „Jeder hat dazu etwas zu sagen. Jeder Mensch in Deutschland hat zu dem Fall eine Meinung. Meine Aufgabe war es, diese ambivalente Figur so genau wie möglich und gleichzeitig satirisch überhöht zu erfassen.“ Durch den Kakao ziehen, so Janson, wolle er Hoeneß/ Honig nicht. „Selbstverständlich handelt es sich um eine Satire, also werden sich einige ärgern“, meint er. „Aber es geht mir nicht um eine Diffamierung der Person.“ „Ich denke, er kann sich eigentlich sogar geehrt fühlen mit diesem Film“, fügt Sat.1-Spielfilmchef Jochen Ketschau an. Auch Hauptdarsteller Uwe Ochsenknecht betont vor allem den „sympathischen, menschlichen Zug“ von Hoeneß in seinem Honig.

Wolfgang Viereck, der als erklärter FC-Bayern-Fan mit viel Begeisterung den Paul Greitner spielt, preist Hoeneß sogar als „echt coolen Typ“. Alle betonen den zwar ironischen, aber doch immer auch bewusst menschlichen, liebevollen Blick auf die Ereignisse. Eine Satire, die keinem weh tun will? Wie soll das denn funktionieren? Das ist Heiner Lauterbach dann doch zu viel der Zurückhaltung: „Es wird immer einer durch den Kakao gezogen. Auch hier. Das ist nun einmal der Sinn der Satire.“ Dann ist ja gut. Das Ergebnis wird im Herbst zu begutachten sein. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Ulrike Frick

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