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"Viele brave Mädchen stehen nun einmal auf böse Jungs – und umgekehrt": Diane Keaton (68) hält wenig von Harmoniesucht.

Die Hollywood-Schauspielerin im Interview

Diane Keaton über Filmküsse: "Lass es uns tun"

München - Diane Keaton spricht im Interview mit dem Münchner Merkur über Film-Küsse, Streit in der Beziehung und ihre aktuelle Rentner-Romanze "Das grenzt an Liebe".

Berühmt wurde sie mit Francis Ford Coppolas Mafiaepos „Der Pate“ und durch Filmklassiker von Woody Allen wie „Der Stadtneurotiker“ oder „Manhattan“. Ab kommenden Donnerstag ist Diane Keaton in der Rentner-Romanze „Das grenzt an Liebe“ im Kino zu sehen. Zum Interview beim Filmfestival von Zürich präsentierte sich die 68-Jährige in Champagnerlaune – und im perfekten Dandy-Look: Anzug und Krawatte jeweils in Weiß mit schwarzen Nadelstreifen, auch die Fingernägel mit dazu passender Lackierung.

In „Das grenzt an Liebe“ spielen Sie an der Seite von Michael Douglas eine warmherzige Witwe, die sich in einen arroganten Widerling verliebt…

Ja, fast wie im richtigen Leben: Gegensätze ziehen sich an! Ist doch so, oder? Viele brave Mädchen stehen nun einmal auf böse Jungs – und umgekehrt. Der Verstand sagt dir zwar, dass dieser furchtbare Typ Chaos und Drama in dein Leben bringt, doch du bist machtlos: Jemanden, der so ist wie du, findest du einfach nicht sexy. Die Auseinandersetzung mit einem Menschen, der ganz anders ist, kann ja auch das Beste aus dir herauskitzeln. Das nennt man Liebe, oder? Streit! Aufregung! Ekstase!

Meinen Sie, Zoff ist gut für eine Beziehung?

Es muss ja nicht immer in Streit ausarten, aber eine konstruktive Kontroverse zwingt dich zum Nachdenken und lässt dich reifen. Wer nur herumsitzt und Nettigkeiten austauscht, wird sich nie weiterentwickeln. Konstante Reibung sorgt dafür, dass wir lebendig bleiben.

Sie gehören zu den wenigen Schauspielerinnen, die öffentlich zugeben, dass sie es genießen, vor der Kamera zu küssen…

Moment mal: Wollen Sie mir etwa erzählen, dass meine Kolleginnen es nicht genießen?

Sie geben es zumindest nicht zu.

Glauben Sie mir, sie mögen es genauso wie ich. Wer das Gegenteil behauptet, der lügt! Früher war das vielleicht anders, als es bei Kussszenen noch diese technischen Regieanweisungen gab: „Drehen Sie den Kopf bitte etwas nach links. Und jetzt nähern Sie sich ihm ganz langsam. Nein, halt, nicht so nah!“ So etwas macht sicher keinen Spaß.

Ist das heutzutage nicht mehr so?

Nein. Zumindest nicht bei den Liebesszenen, die ich gedreht habe. Heute stürzt man sich einfach hinein ins Vergnügen nach dem Motto: „Lass es uns tun, Mann!“ Einer alten Schachtel wie mir passiert es nicht alle Tage, dass man mit einem schönen Kerl wie Keanu Reeves herumknutschen darf. Da wäre ich doch bescheuert, wenn ich nicht jede einzelne Sekunde genießen würde, oder? Da habe ich auch nichts dagegen, wenn wir die Szene oft wiederholen müssen. Da sage ich: „Nur zu! Ich bin dabei!“

Mit welchem Ihrer Kuss-Partner verbinden Sie die schönsten Erinnerungen?

Je älter ich werde, desto mehr liebe ich die Küsse vor der Kamera, denn in meinem Privatleben erlebe ich das leider immer seltener. Ich würde also sagen: Meine Leinwand-Lover aus jüngster Zeit, das heißt, ungefähr seit meinem 40. Geburtstag, bekommen allesamt von mir die Note 1. Auch Michael Douglas kann ich hiermit gern bescheinigen, dass er seine Sache sehr gut gemacht hat. Auf dein Wohl, Michael!

Wie muss man sich das konkret vorstellen? Haben Sie am Set einfach bloß ein bisschen Spaß, oder kommen da auch romantische Gefühle ins Spiel?

Ach was, das ist nur ein großer Spaß. Keine Spur von Romantik. Michael ist ein netter Kerl, aber er würde doch nie… Ich meine, er ist doch verheiratet! Und er ist überhaupt nicht an mir als Frau interessiert. Oder? Das glaube ich zumindest! (Lacht.)

 Das Gespräch führte Marco Schmidt.

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