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Wie geht die Geschichte mit Frank Underwood (Kevin Spacey) und seiner Frau Claire (Robin Wright) weiter?

Das sollten Sie vor dem Deutschland-Start wissen

"House of Cards": Diese Fragen lässt Staffel 3 offen

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München - Vorsicht, Spoiler! Am Freitag läuft die 3. Staffel von "House of Cards" auf deutsch an. Wir verraten ihnen jetzt schon, welche Fragen die neue Season offen lässt.

Da steht er nun, der neue Präsident. Mehr als ein Jahr mussten die Fans der Netflix-Serie "House of Cards" darauf warten, Francis "Frank" Underwood am Ziel seiner Träume zu sehen. Und der vom erneut großartig aufspielenden Kevin Spacey dargestellte mächtigste Mann der Welt enttäuscht seine Zuschauer nicht. Schon in der allerersten Szene wird eine für Underwood typische Handlung gezeigt, wegen der ihm die Abneigung und die Liebe der Zuschauer zugleich seit zwei Staffeln sicher ist: Der Präsident der Vereinigten Staaten pinkelt auf die gängigen Konventionen (und das Grab seines Vaters).

Über zwei Staffeln durften die Zuschauer Underwood dabei beobachten, wie er nach allen Regeln der Macht-Kunst seinen Aufstieg zum Präsidenten forciert. Dass er dabei skrupellos zu Werke geht und seine Ansichten auch oft direkt mit dem Zuschauer teilt, macht den Reiz von "House of Cards" aus. Doch am Ende seiner Bemühungen ist er tatsächlich das Oberhaupt der Vereinigten Staaten und man fragt sich unweigerlich: Wohin führt der Weg von Frank und Claire Underwood nun?

Fakt ist: In der dritten Staffel "House of Cards" (Vorsicht: Spoiler!) rückt die Beziehung zwischen dem ersten Paar der USA stärker in den Fokus. Während die Underwoods bisher zwischen Zweckbeziehung und Zwillingen im Geiste hin- und herkriseln, wird in den ersten Folgen der neuen, 3 Staffel schnell klar: Die Frau will nun ihre eigene Karriere in den Vordergrund stellen. Nachdem sie jahrelang treu an der Seite ihres Mannes stand, will sie nun nicht mehr mit in der zweiten Reihe begnügen.

"House of Cards" will keine Dokumentation sein

Dass die kurzfristige Ernennung der First Lady zur UN-Botschafterin so in der Realität nicht passieren könnte, gehört zu den vielen Ungenauigkeiten von "House of Cards", die sich auch im neuesten Kapitel von Serienmacher Beau Willimon wieder finden. Natürlich sind nicht alle Politiker in Washington manipulierende Machtmaschinen oder manipulierbare Naive. Und auch dass sich der Präsident der USA und von Russland mitten in der Wüste treffen, um einen Krieg zu verhindern, erscheint doch eher unwahrscheinlich. Aber "House of Cards" stellt nun einmal auch keinen dokumentarischen Anspruch auf die Realität.

Dennoch hinterlässt es irgendwie ein gutes Gefühl sich vorzustellen, wie US-Präsident Barack Obama in seinem Kinosaal im weißen Haus sitzt, um sich mal eben die neueste Staffel anzuschauen. Ob er sich wohl in Frank Underwood wiederfindet?

Vom echten Präsidenten zurück zu Frank Underwood: Der gedenkt nämlich an der Macht zu bleiben. Davon weiß aber zunächst nur der Zuschauer. Mit seinen Ränkespielen, die schon in den ersten beiden "House of Cards"-Staffeln an den Fürsten von Machiavelli (* s.u.) erinnern, kommt er allerdings in der 3. Staffel nicht ganz so gut und schnell voran, wie zuvor. Welch' Ironie angesichts seiner Stellung als angeblich mächtigster Mann der Welt!

Spoiler zur 3 Staffel "House of Cards"

Und obwohl er die neuen Spielregeln schnell lernt, als Zuschauer merkt man bald: Frank Underwood hat nun Gegner auf Augenhöhe. Sei es der von Lars Mikkelsen verkörperte russische Präsident Petrov, der nicht nur optische Ähnlichkeiten mit seinem echten Pendant Putin aufweist. Und in einem Moment fast schon erleichternder Ehrlichkeit seine Maske des gnadenlosen Pragmatikers fallen lässt. Oder die Staatsanwältin Heather Dunbar, welche die Konkurrenz aus der eigenen Partei für Underwood bildet - und über lange Zeit mit moralisch einwandfreiem Handeln fast schon das hell leuchtende Gegenbeispiel zu Underwood darstellt. Doch gegen Ende der 3. Staffel "House of Cards" knickt schließlich auch sie ein.

Etwa zu diesem Zeitpunkt überwindet Doug Stamper seine Alkohol-Sucht und steigt wieder in das Team um Frank ein. Zuvor hat man fast schon Mitleid mit dem skrupellosen Handlanger des jetzigen Präsidenten. Von der Ex-Prostituierten Rachel fast totgeschlagen, kämpft er sich mal schlecht mal recht ins Leben zurück, seine Obsession jedoch bleibt. Und nachdem man fast schon auf eine seelische Reinigung hoffen konnte, wird am Ende doch klar: Dieser Mann ist nicht von ungefähr einer der engsten Vertrauten von Underwood. Seine Entwicklung in der vierten Staffel wird spannend zu beobachten sein.

Was in der vierten Staffel "House of Cards" auf uns warten könnte

Über zwei Staffeln wurde in "House of Cards" von Kevin Spacey mühsam und oft genug gegen alle Regeln ein Kartenhaus aufgebaut, was er nun in Stand halten muss. Ein wichtiges Standbein seiner Agenda und seine wichtigste Verbündete war dabei stets seine Frau Claire. Ob er es schafft, diese für sich zurück zu gewinnen oder ob sie zu seinem gefährlichsten Gegner wird, gehört zu den Fragen, welche nach einem für "House of Cards"-typisch schrecklich-großartigem Cliffhanger beantwortet werden müssten. Und natürlich, ob das von Frank aufgebaute Kartenhaus in sich zusammenbricht.

Am Freitag läuft bei Sky Deutschland die synchronisierte 3. Staffel von "House of Cards" an. Eine vierte Staffel wurde von Produzent Netflix bisher noch nicht in Auftrag gegeben. Man darf aber hoffen, dass die Geschichte von Francis "Frank" Underwood noch nicht zu Ende erzählt ist.

(*= "Der Fürst" wurde vor mehr als 500 Jahren vom Italiener Niccoló Machiavelli geschrieben. In dem Traktat wird beschrieben, wie sich ein absoluter Herrscher auf seinem Weg zur Macht und zum Machterhalt zu verhalten habe. Die Ratschläge beinhalten beispielsweise auch politische Morde und das gnadenlose Ausnutzen der Schwächen von Gegnern.)

Xaver Bitz

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