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Simone Thomalla kann sich vor neuen Rollenangeboten kaum retten.

Interview

"Ich freue mich wahnsinnig über den Erfolg"

Pech in der Liebe, Glück im Job. Anfang des Jahres sorgte Simone Thomalla mit der Trennung von ihrem Lebensgefährten Rudi Assauer für Schlagzeilen - die attraktive Schauspielerin und der Ex-Fußballmanager waren jahrelang ein Lieblingspaar der Boulevardmedien. Beruflich läuft es dafür aber hervorragend.

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Seit vergangenem Jahr ermittelt die 43-Jährige in der ARD als "Tatort"-Kommissarin in Leipzig (am Sonntag lief die fünfte Episode), vor neuen Rollenangeboten kann sie sich seitdem kaum retten. Heute um 20.15 Uhr ist Thomalla in der Beziehungskomödie "Liebe macht sexy" im Programm des Privatsenders Sat.1 zu sehen. Sie spielt eine Geschäftsfrau, die ihren untreuen Mann verlässt und sich in einen deutlich jüngeren Kerl verliebt - ohne zu ahnen, dass der gut gebaute Bursche als Stripper arbeitet.

-Waren Sie schon mal in einer Männerstripshow?

Nein, war ich noch nie, ich hab’ jetzt aber eine Einladung von den "Chippendales" und überlege, ob ich mir da mal einen lustigen Mädelsabend mache.

-In "Liebe macht sexy" spielen Sie eine Unternehmerin, die sich in einen Stripper verliebt. Die Männer ziehen sich aus, Sie selbst bleiben zugeknöpft - sind Nacktszenen nicht Ihr Ding?

Na ja, von den Tänzern sieht man ja auch nicht mehr als mal einen kleinen, knackigen Po. Davon abgesehen geht es beim Thema Nacktsein ja nicht nur ums Ausziehen, es ist auch eine Nacktheit der Seele, denn man gibt doch im Grunde sein letztes Geheimnis preis. Es müsste schon viel passieren, dass ich das machen würde. Ich habe schon mein ganzes Leben lang bei jedem Drehbuch mit Nacktszenen immer genau überlegt, ob es wirklich nötig ist, dass ich mich für diese Rolle ausziehe. Bei "Liebe macht sexy" waren ja durchaus auch freizügigere Szenen geplant, aber dazu habe ich Nein gesagt, weil es dramaturgisch nicht notwendig war. Übrigens bin ich dann auch nicht mit einem Körperdouble einverstanden, denn der Zuschauer weiß ja nicht, dass das ein Double ist. Die Dreharbeiten für die eine Liebeszene in "Liebe macht sexy" waren die reinste Akrobatik, und man sieht letzten Endes nichts.

-Striptänzer Leon verschweigt Verena schamhaft seinen Beruf - wie halten Sie selbst es mit Notlügen?

Ich favorisiere Ehrlichkeit. Ich hab schon oft genug mitbekommen, ob persönlich oder im Bekanntenkreis, dass die Wahrheit doch irgendwann herauskommt, auch wenn es Jahre später ist. Oder, wie der Rudi immer sagt: "Der Schnee schmilzt, die Kacke kommt zum Vorschein." (Lacht.)

-Mit Ihrer Trennung von Rudi Assauer sorgten Sie zuletzt für Schlagzeilen. Wollen Sie sich jetzt auch so in die Arbeit stürzen wie Ihre Filmfigur Verena, die eine schmerzhaften Trennung durchmacht?

Ich werde genauso viel arbeiten wie vorher. Ich habe keine Veranlassung, mich mit Arbeit zuzuschmeißen, um an irgendwas nicht zu denken, denn ich habe keine schlechten Gedanken. Es geht mir gut, und jetzt drehe ich erst mal meinen nächsten "Tatort".

-Mit Ihren bisherigen Auftritten als Leipziger Kommissarin Eva Saalfeld wurden Sie zum Publikumsliebling...

Ich habe das eigentlich erst jetzt richtig realisiert und freue mich wahnsinnig über den Erfolg. Ich glaube, es liegt an dieser besonderen Konstellation. Die beiden Ermittler waren früher ein Ehepaar, da arbeiten also zwei Kommissare zusammen, die sich nicht nur vom gemeinsamen Feierabendbier kennen. Das sind zwei echte Menschen zum Anfassen, und das ist es, was den Zuschauer interessiert. Zusätzlich zum Mordfall hat man auf diese Art immer noch eine weitere Ebene, die Leute lieben das sehr.

-Was hat sich für Sie durch den "Tatort" verändert? Werden Sie öfter auf der Straße angesprochen?

Ich hatte zwar schon vorher durch die Bierwerbung einen großen Bekanntheitsgrad, aber durch den "Tatort" ist da wirklich noch mal eine Schippe oben drauf gekommen. Die Reihe ist ja in Millionen Haushalten regelrecht Kult, das habe ich eigentlich erst jetzt als Beteiligte so richtig begriffen.

-Macht sich die gestiegene Popularität auch an besseren Rollenangeboten bemerkbar?

Ich glaube, die Akzeptanz innerhalb der Branche hat sich verändert. Durch den "Tatort" habe ich die Möglichkeit, als Schauspielerin eine weitere Seite von mir zu zeigen, die man so vielleicht noch nicht kannte. Daraus resultiert eine andere Aufmerksamkeit, es gibt andere Rollenangebote, das ist großartig.

-Also wollen Sie künftig auch sperrigere Rollen übernehmen als bisher?

Seit ich in diesem Beruf bin, arbeite ich daran, mich als Schauspielerin weiterzuentwickeln. Es ist wichtig, dass man sich nicht ausruht, sondern neugierig und wach bleibt. Dann entwickelt man sich zwangsläufig. Ich arbeite zurzeit an vielen Projekten, und es ist toll, dass ich jetzt auch noch aktiver als früher in die Entwicklung von Stoffideen und Drehbüchern einbezogen werde. Das ist eine neue und schöne Phase meines Lebens.

Das Gespräch führte Cornelia Wystrichowski

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