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Jörg Wontorra im neuen Studio von Sky

Jörg Wontorra über seinen neuen Fußball-Talk bei Sky

„Ich geb‘ dem Affen noch mal Zucker“

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Videobeweis, Transferwahnsinn, die erste Schiedsrichterin in der Bundesliga – alles Themen, über die Fußball-Deutschland mit dem Start in die neue Saison am 18. August sprechen wird. Beim frei empfangbaren Sender Sky Sport News HD gibt es dazu bereits ab dem 13. August die passende Sendung: In „Wontorra – der Fußball Talk“ soll Kultmoderator Jörg Wontorra (68) gemeinsam mit Experte Didi Hamann und drei weiteren Gästen die Geschehnisse des Spieltags diskutieren. Pikant: Das neue Format läuft von 10.45 bis 12.30 Uhr, also nahezu parallel zum „Doppelpass“ auf Sport 1 – der Sendung, die Wontorra bis vor zwei Jahren moderierte und dann an Thomas Helmer übergab. Wir trafen „Wonti“ im neuen Sky-Studio in Unterföhring.

Haben Sie sich schon bei Thomas Helmer entschuldigt, dass Sie künftig dem „Doppelpass“ Konkurrenz machen?

Jörg Wontorra: Ich habe ihn kürzlich sogar getroffen, am Rande eines Fußballspiels. Aber wir haben kein einziges Wort über unsere Sendungen verloren. Das war in der Tat etwas komisch.

Hatten Sie Skrupel?

Wontorra: Das will ich so nicht sagen. (Lacht.) Ich sehe das so: Thomas Helmer moderiert den Platzhirsch, und ich bin der Newcomer am Markt.

Sie starten mit Ihrem Talk eine Viertelstunde früher als Helmer.

Wontorra: Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Aber im Ernst: Das ist der normale Wettbewerb, wie Persil gegen Ariel oder Daimler gegen BMW. Abgesehen davon hat man einfach festgestellt, dass Sonntagmorgen der beste Sendeplatz für einen Fußball-Talk ist. Es passiert nach den Samstagsspielen ja oft noch viel in der Bundesliga – Trainerentlassungen und so – darüber wollen wir reden.

Zwei Jahre liegt Ihr Abschied vom „Doppelpass“ nun zurück. Damals haben Sie sich auf die Wochenenden ohne Arbeit gefreut. Ist Ihnen am Sonntagmorgen langweilig geworden?

Wontorra:Die freien Wochenenden waren in der Tat sehr schön, das hatte Lebensqualität. Ich hätte von mir aus auch nicht die Initiative ergriffen, aber als Sky auf mich zukam, spürte ich: Der alte Jagdtrieb des Journalisten ist noch nicht erloschen. Und nun gebe ich meinem inneren Affen noch mal Zucker. (Lacht.) Wichtig war für mich, dass wir uns auf die Sonntage geeinigt haben, an denen die Bundesliga spielt. Bei Sport 1 habe ich einst 42 „Doppelpass“-Ausgaben gemacht. Also ein paar freie Wochenenden habe ich noch.

Die erste Sendung hat einen Sonderstatus, weil sie an diesem Sonntag und damit noch vor dem Start der Bundesligasaison läuft. Einziger Gast ist Uli Hoeneß. Ihr Wunsch?

Wontorra: Kann man so sagen. Reinhold Beckmann und seine Sendungen mit Helmut Schmidt haben mich inspiriert. Wenn der Altkanzler kam, war kein anderer Gast im Studio. Das hatte Klasse und fand große Aufmerksamkeit.

Uli Hoeneß der Helmut Schmidt der Fußballwelt?

Wontorra: So ungefähr. (Lacht.) Er ist auf jeden Fall einer der Granden des Fußballgeschäfts, und ich habe großen Respekt vor ihm.

Interviews mit Fußballprofis sind oft langweilig, weil die wenigsten noch „frei Schnauze“ reden. Es fehlen die Typen. Sehen Sie das auch so?

Wontorra: Ja. Viele Aussagen von Spielern kann man heute übereinander legen, und dann hat man eine einzige Blaupause. Das ist schade, zumal sich ein Fußballer durch weniger stromlinienförmiges Auftreten besser als Persönlichkeit positionieren könnte. Aber das ist wohl der Lauf der Zeit.

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