"Ich habe keinen Abschiedsschmerz"

München - Eine Frau liegt tot in ihrem Haus, ein Bauunternehmer wird ermordet, und Hauptkommissar Kain gerät in einen Loyalitätskonflikt. Kurz vor der Pensionierung von Hauptkommissar Ehrlicher wird seine Partnerschaft mit Kain ernsthaft auf die Probe gestellt. An diesem Sonntag (20.15 Uhr) strahlt die ARD "Die Falle" aus, den 45. und letzten "Tatort" aus Leipzig mit dem Duo Peter Sodann als Ehrlicher und Bernd Michael Lade als Kain.

"Ich habe weder Abschiedsschmerz, noch ist mir wehmütig zumute", sagt der 71-Jährige Sodann, der sich auch bei der Kinderkanal-Krimireihe "Krimi.de" als Ermittler Ehrlicher verabschiedet. Über die Jahre hinweg waren Kain und Ehrlicher Quotenrenner. Durchschnittlich 7,61 Millionen Zuschauer waren pro Folge dabei. In der 46. Ausgabe übernehmen Martin Wuttke vom Berliner Ensemble und die in Leipzig geborene Schauspielerin Simone Thomalla die Ermittlungen.

Peter Sodann hätte gerne bis zum 50. "Tatort" weiter gemacht, hieß es. "Ich bin daran gewöhnt in meinem Leben, von etwas Abschied nehmen zu müssen", sagt der gelernte Werkzeugmacher und einstige Theaterintendant von Halle. "Ich habe mich nur gewundert, dass es so schnell ging." Wie sich Kommissar Ehrlicher vom Bildschirm verabschiedet, durfte Sodann mitbestimmen: "Ich wollte nicht erschossen, sondern würdig verabschiedet werden." An Ruhestand denkt der im sächsischen Weinböhla geborene Theatermann, dem seine scharfe Zunge zu DDR-Zeiten eine Gefängnisstrafe einbrachte, noch lange nicht. Derzeit touren er und der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm mit einer Kabarettshow durchs Land.

Vor zwei Jahren hatte Sodann für Aufsehen gesorgt, als er für die Linkspartei kandidieren wollte, den Plan allerdings nach wenigen Tagen wieder fallen ließ. Ein politisches Comeback nach dem Abschied vom "Tatort" wird es dennoch nicht geben. "Ich möchte lieber ein politisch denkender Schauspieler als ein schauspielernder Politiker sein."

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