„Amateure“: Rummenigge wütet gegen DFB-Spitze und bringt Ex-FCB-Star ins Gespräch

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„Man erschrickt manchmal, welche Seiten man beim Graben in sich findet“: Schauspielerin Bettina Redlich.

Bettina Redlich im Porträt

„Ich habe sie in mich hineinrieseln lassen“

München - Eine Rolle, die ihr auf den Leib geschrieben ist: Das ist die Figur der Liesl Karlstadt. Am 10. Dezember ist Bettina Redlich (44) in Jo Baiers Film „Liesl Karlstadt und Karl Valentin“ als die kongeniale Partnerin Valentins in der ARD zu sehen.

„Eine Liesl Karlstadt spielen zu dürfen, das ist schon eine große Verantwortung“, sagt Bettina Redlich mit ihrer warmen und kraftvollen, dunkel timbrierten und süddeutsch gefärbten Stimme. Und wer ihr eine Weile zuhört, nicht in der Rolle, sondern im Gespräch, meint fast, ihre Stimme sei mit der der Karlstadt identisch. Bettina Redlich, die gebürtige Tirolerin, sagt: „Ich war schon immer ein Fan dieser bayerischen Ikone. Ich habe mich langsam an sie herangetastet, habe versucht, sie zu mir zu holen, sie in mich hineinrieseln zu lassen.“

Dabei spielt Redlich ja „nur“ die ältere Liesl Karlstadt, die über 40-jährige. Die junge wird von Hannah Herzsprung dargestellt. „Ich finde, dass die reife Karlstadt der spannendere Part ist“, sagt die Schauspielerin zufrieden. Was sie auch wirklich sein kann, denn nach der Uraufführung des Films beim Münchner Filmfest wurde sie für ihre Leistung mit Lob überschüttet.

Gibt es Identifikationsmöglichkeiten mit der Rolle, Schnittpunkte? Redlich: „Zuerst sucht man die Nähe zur Figur. So fängt’s immer an. Dann erst kann man weitergraben in sich. Ich bin nie in eine Rolle hineingeschlüpft, sondern habe sie immer in mich hineingeholt. Das ist wie eine Entdeckungsreise zu sich selbst. Das ist ja das Spannende am Schauspielerberuf.“

Mitunter vielleicht auch das Erschreckende? „Ja. Und auch das Gefährliche. Man erschrickt manchmal, welche Seiten man bei diesem Graben in sich findet. Als ich am Münchner Volkstheater ,Meine Nacht mit Adolf‘ gespielt habe, passierte das gleich mehrmals. Und jetzt bei der Liesl – da habe ich mich so sehr mit ihren Depressionen beschäftigt, dass ich am Ende Angst bekam, selbst depressiv zu werden. Aus solchen Zuständen muss man natürlich wieder herauskommen.“

Bettina Redlich ist überzeugt: „Da hilft nur eine intakte Familie.“ Das sind ihre zwei Buben von elf und 14 Jahren, das ist ihr Mann Sebastian Feldhofer, Verwaltungsdirektor des Münchner Volkstheaters, das ist das gemeinsame Zuhause in Haimhausen – „meine bayerische Toscana“.

Was ihr von den Rollen, die sie gespielt hat – und das immerhin schon seit ihrem 17. Lebensjahr, als es für sie mit der Achternbusch-Uraufführung von „Susn“ bei Claus Peymann in Bochum begann – was Bettina Redlich also von all den Rollen geblieben ist? „Das kann ich nicht so genau sagen. Vielleicht bleibt die Stimmung. Und das Staunen darüber, dass jeder Mensch alles in sich hat; dass alles aus einem Menschen herauszuholen ist. Auch das Schlechte. Und es bleibt die Frage: Wo sind dafür die Bremsen?“

Bettina Redlich ist eine Schauspielerin mit absoluter Fernsehpräsenz. Anfang Januar ein neuer österreichischer „Tatort“, kurz darauf ein Dreiteiler im ZDF. Anfragen für große Serien hat sie immer abgelehnt. Zum Beispiel die Hauptrolle in einer 26-teiligen Soap: „Da bräuchte ich hinterher einen Psychiater.“ Oder, da war sie noch eine sehr junge Schauspielerin, eine durchgehende Rolle in der „Schwarzwaldklinik“: „Da nimmt mich kein Theater mehr ernst.“ Den TV-Gewaltigen einen Korb zu geben, hat ihr aber nie geschadet. „Ich bin immer nach meinem Gefühl gegangen, habe immer nach meinem Instinkt entschieden. Und deswegen geht es mir auch gut. Ich habe mir nichts vorzuwerfen.“

Auch beruflich gibt es heute keinerlei Probleme damit, eine Frau von Mitte 40 zu sein. Was dennoch fehlt: das Theater. Ihrer Kinder wegen zog sich Bettina Redlich für ein paar Jahre aus diesem Betrieb zurück.

Sie hatte ja schon am Residenztheater und am Volkstheater, an der Wiener Burg und am Zürcher Schauspielhaus gespielt. Nun würde sie gerne mal wieder auf der Bühne stehen. Gelassen kann sie’s abwarten; denn: „Ich will den Theatern nicht hinterherhecheln.“

Aber da darf man wohl sicher sein: Für eine Schauspielerin ihrer Bandbreite, ihrer Kraft und ihres Gefühls werden, je älter Bettina Redlich wird, die tollen Bühnenweiber nicht auf sich warten lassen.

Sabine Dultz

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