"Ich wollte gern einfach nur der Michi sein"

München - Oskar von Millers Ur-Großneffe aus Bad Wiessee erhofft sich von der Sat.1-Sendung "Gräfin gesucht" die Frau fürs Leben

War der Single Michael von Miller so verzweifelt, dass er sich ans Fernsehen wandte? "Nein, die Suche nach einer Frau war gar nicht der Anfang der Geschichte", betont der 42-Jährige. Er sitzt hinter dem Schreibtisch seiner Münchner Galerie für afrikanische Kunst und erzählt, was ihn dazu bewegte, bei der viel belächelten Sendung "Gräfin gesucht" (Folge zwei auf Sat.1, Sonntag, ab 19.05 Uhr) mitzumachen.

Darin suchen vier alleinstehende Grafen nach der oft zitierten Frau fürs Leben - acht Folgen lang; Filmteam und Zuschauer immer mit dabei. Und nicht zuletzt die zahlreichen kritischen Medienkommentatoren, die die vier Junggesellen erbarmungslos in ihren Rezensionen verreißen. Warum tut Mann sich das an?

"Das war gar nicht mein erster Gedanke. Mein Anwalt sprach mich beim Oktoberfest auf ,Gräfin gesucht an. Er wusste, dass die Macher der Sendung nach Kandidaten suchen, und fragte mich, ob ich einen Grafen kenne, der Single ist. Mir fiel da erst einmal niemand ein", erinnert sich Miller und muss über sich selbst lachen. Seinen Freunden aber kam gleich der naheliegende Gedanke. Miller: "Alle zeigten auf mich und riefen: Das bist doch du!" Also sagte er spontan zu. "Der Rest ist Geschichte", formuliert er es pathetisch.

Die Geschichte lautet: Bei Sat.1 wurde Miller vorgestellt, damit die potenziellen Traumfrauen aufmerksam werden auf den "Familienmenschen Michael". Etliche Damen wurden es. "Irgendwie kam mein Nachname an die Öffentlichkeit. Das war so gar nicht geplant. Eigentlich wollte ich gern einfach nur der Michi sein. Doch so fanden viele Frauen meine Adresse heraus und schrieben mir massenweise Briefe und E-Mails", erzählt der Ur-Großneffe des Gründers des Münchner Deutschen Museums, Oskar von Miller. Und gibt sich dabei betont abgeklärt wie der Empfänger jahrelanger Fanpost: "Ich habe mich gar nicht damit beschäftigt und nicht auf die Nachrichten reagiert." Vollkommen kalt soll ihn das gelassen haben? "Naja, das ist natürlich auch Balsam für die Eitelkeit", gesteht er.

Ob er seine Gräfin gefunden hat, das will er nicht verraten. Es klingt aber so, wenn er sagt: "Was die Kritiker schreiben, das lasse ich nicht an mich heran. Ich weiß, wie die Sendung abläuft und kann mich ganz entspannt zurücklehnen."

Nur über eins hat er sich geärgert: "Mit dem Trailer, der da bei Sat.1 über mich läuft, mit dem bin ich nicht zufrieden. Da werde ich falsch dargestellt. Die Möglichkeit des Filmschneidens bietet sehr viel Raum für Missverständnisse." Deswegen ist er sich auch noch gar nicht sicher, ob er sich die Sendung am Sonntag überhaupt anschauen wird. "Diese Sendung soll nicht mein Leben bestimmen", sagt Miller. Schwierig bei der Suche nach der Frau fürs Leben.

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