"Ich bin wunschlos glücklich"

München - Er ist einer der prominentesten Köpfe der ARD, doch gelegentlich gibt Harald Schmidt Gastspiele im ZDF. Zum Jahreswechsel war der gelernte Schauspieler im "Traumschiff" zu sehen, an diesem Samstag um 19.25 Uhr kann man ihn als Obdachlosen in der Folge "Gesucht und gefunden" aus der Reihe "Unser Charly" bewundern.

Ihren Auftritt im "Musikantenstadl" bei Karl Moik haben Sie seinerzeit angeblich Ihren Eltern zuliebe absolviert. Sind Sie nun durch Ihren Gastauftritt in der ZDF-Vorabendserie "Unser Charly" zumindest bei einigen Ihrer Kindern der Held?

Ich hoffe es, das wird sich zeigen, wenn die Folge gelaufen ist, und Kinder sind ja doch sehr streng im Urteil. Aber ein Foto, das mich mit dem Schimpansen zeigt, war zuhause schon die Attraktion.

Und wenn die Folge ausgestrahlt wird, sitzen Sie wirklich mit der Familie vor dem Gerät?

Absolut ja.

In der Folge sitzen Sie als Obdachloser auf einer Parkbank in Berlin und haben ihre ganze Habe in einem Einkaufswagen neben sich. Wie viel Platz würden die Dinge, die Ihnen im Leben lieb und wichtig sind, tatsächlich benötigen?

Dazu brauche ich nicht mal einen Einkaufswagen.

Gegenüber Hunden sind Sie immer eher gehemmt, wie war das bei Schimpanse Charly?

Der Vorteil ist, dass das Ganze extrem professionell gehandhabt wird, das heißt, es sind zwei Tiertrainer dabei und eine Tierärztin. Der Schimpanse darf gar nicht länger als eine oder zwei Stunden drehen, dann braucht er eine Pause. Insofern ist es das Beste, man hält sich streng an die Anweisungen, die die Tiertrainer geben. Man selber hat dann in dem Sinne gar nichts zu tun. Es war aber für mich sehr interessant, zu sehen, wie mit so einem Schimpansen gedreht wird.

Konnte trotzdem eine Form von Sympathie entstehen oder war das in der kurzen Zeit gar nicht möglich?

Doch, weil man natürlich relativ schnell gewisse Parallelen entdeckt ­ im Bewegungsablauf, in Verhaltensweisen und so.

Sie hatten gerade eine Gastrolle im "Traumschiff", sind jetzt in "Unser Charly" zu sehen, haben das "heute journal" und "Report" moderiert. Was kann da noch kommen?

Das weiß ich nicht. Ich warte einfach ab, was man mir anbietet. Ich kriege ja etliches angeboten, aber das meiste ist für mich uninteressant. Das lasse ich auf mich zukommen. Man kann sich da ja nicht einfach irgendwo bewerben.

Sie waren Schauspieler in Augsburg, dann beim Kabarett am Düsseldorfer "Kom(m)ödchen", danach kamen im Fernsehen "Psst" und "MAZ ab", "Verstehen Sie Spaß?", die Late Night bei Sat.1 und nun die Late Night im Ersten. Welche Phase Ihres Berufslebens erscheint Ihnen als die wertvollste?

Wahrscheinlich die fünf Jahre, als ich am "Kom(m)ödchen" war und gedacht habe, es ist bestimmt ganz toll, eine Samstagabendshow im Fernsehen zu moderieren. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich in einer Sperrholzkulisse stand und dachte: Das habe ich mir viel toller vorgestellt.

Ihre Eltern sollen Ihren Erfolg als völlig normal empfinden?

Ja, sie haben sich daran gewöhnt.

Ihre Mutter und Ihr Vater leben immer noch dort, wo sie in Nürtingen schon lange leben. Wäre so ein Leben für Sie auch vorstellbar gewesen?

Natürlich, auf mich ist ja das alles irgendwie zugekommen, und wenn es mit der Schauspielerei nicht geklappt hätte, dann wäre ich da wahrscheinlich hängengeblieben.

In Nürtingen und verheiratet?

Das weiß ich nicht, aber sicher ist, dass das ganze Thema für mich auf jeden Fall abgehakt gewesen wäre, wenn es mit der Schauspielerei nicht geklappt hätte.

Wenn es die Möglichkeit gäbe, für eine Woche das Leben eines anderen Menschen zu leben, wessen Alltag würden Sie ausfüllen wollen?

Wahrscheinlich den von Monsignore Georg Gänswein, dem persönlichen Assistenten des Papstes.

Warum?

Wollen Sie einfach einmal auf Tuchfühlung mit Benedikt XVI. sein?

Ich stelle mir das sehr interessant vor, den Vatikan einmal ganz von innen zu erleben.

Meinen Sie nicht, dass Ihnen auch so einmal eine Audienz beim Papst vergönnt sein könnte?

Keine Ahnung. Das kann ich nicht beurteilen. Da kriegt man ja eine Einladung, das kann man nicht verlangen.

Wenn die berühmte gute Fee auftauchen würde, und Harald Schmidt hätte drei Wünsche frei ­ welche wären das?

Ich bin wunschlos glücklich, und das würde ich dieser Fee auch sagen.

Das Gespräch führte Wolfgang Wittenburg.

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