Intakte Familie ist nur erfunden

- Kind(er) und Beruf ganz ohne Partner unter einen Hut zu bekommen - eine Konstellation, wie es sie in unserer Gesellschaft immer häufiger gibt. Im ZDF-Fernsehfilm "Zwei gegen Zwei" sind es die Architektin Verena Martens (Clelia Sarto) mit ihrer Tochter und der Architekt Sven Laurenz (Kai Wiesinger) mit seinem Sohn.

Die Kinder sind jeweils elf Jahre alt, und die beiden Erwachsenen haben im Prinzip das gleiche Problem, stoßen dabei aber auf ganz unterschiedliche Schwierigkeiten.

"Ein kleiner, stiller, unterhaltsamer Film mit ernsten Tönen."

Schauspieler Kai Wiesinger

Verena hat sich gerade von ihrem Mann Carsten (Dieter Landuris) getrennt und arbeitet in einem Architekturbüro. Die Berufstätigkeit lässt ihr nicht so viel Zeit für ihre Tochter Anna, wie sie gern hätte. Andererseits beäugt ihre Chefin Silvana (Ann-Cathrin Sudhoff) sie kritisch und will ihren Zeitvertrag nicht verlängern, weil sie Verena wegen ihrer Doppelbelastung nur für bedingt einsetzbar hält.

Bei einem Zoobesuch mit den Kindern haben sich Verena und Sven zufällig kennen gelernt. Umso mehr ist Verena überrascht, als Sven plötzlich in "ihrem" Büro auftaucht. Er hat sich um eine Stelle beworben, und bald wird beiden klar, dass sie Konkurrenten um denselben Job sind. Svens Frau ist völlig überraschend gestorben, er steht daher vor ähnlichen familiären Problemen wie Verena. Doch das erfährt niemand, denn die Chefin kommt überhaupt nicht auf den Gedanken, ihn danach zu fragen.

Um sich im beruflichen Wettbewerb keine Blöße zu geben, gaukeln Verena und Sven einander vor, glücklich verheiratet zu sein. Sie stellen den Beruf in den Mittelpunkt und können sich ihren Kindern daher noch weniger widmen als vorher. Das kann nicht lange gut gehen.

Für Kai Wiesinger, der selbst zwei kleine Töchter hat, ist "Zwei gegen Zwei" ein "kleiner, stiller, unterhaltsamer Film mit ernsten Tönen". Alles sei real in Lars Jessens Film, schwärmt Wiesinger, bis hin zu den Schauplätzen, dem "Büro in einem hässlichen Hinterhof" beispielsweise. Seine Partnerin Clelia Sarto kannte den Regisseur Lars Jessen noch aus der Zeit, als sie in der "Lindenstraße" spielte (1997 bis 1999).

"Ich konnte es erst nicht fassen, dass er mich für diese Rolle vorgesehen hatte", freut sie sich. Für Jessen, der sein Kinodebüt im vergangenen Jahr mit "Am Tag, als Bobby Ewing starb" hatte, ist Clelia Sarto "für diese Rolle durch ihre Wärme, Herzlichkeit und ihr Temperament geradezu prädestiniert".

ZDF, heute, um 20.15 Uhr.

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