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Ulrich Wilhelm will den Bayerischen Rundfunk umbauen.

Intendant Ulrich Wilhelm baut BR um

München - Im Bayerischen Rundfunk stehen umfassende Reformen an. Intendant Ulrich Wilhelm will einiges verändern - und Redaktionen zusammenlegen. Für viele Mitarbeiter bedeutet das neue Arbeitsweisen und wahrscheinlich auch einen Umzug.

Intendant Ulrich Wilhelm will den Bayerischen Rundfunk umbauen und ans digitale Zeitalter anpassen. Der BR kündigte am Freitag in München umfassende Organisations-Reformen an. Kernpunkt der Umwälzungen ist die schrittweise Zusammenführung der Fachredaktionen aus Hörfunk, Fernsehen und Online. „Der BR wird im Rahmen der Reform seine Kräfte bündeln“, hieß es in der Mitteilung. Ziel sei „die größtmögliche, enge journalistische Vernetzung“ der Mitarbeiter. „Mit diesem Prozess sind keine betriebsbedingten Kündigungen verbunden“, betonte der Sender, der nach WDR, NDR und SWR die viertgrößte ARD-Anstalt ist und nach eigenen Angaben 3350 Angestellte und 1500 „feste freie“ Mitarbeiter beschäftigt.

„Wir werden weiterhin die seit Jahren bekannten und beliebten Fernseh- und Hörfunk-Sendungen produzieren“, erklärte Wilhelm. Gleichzeitig soll aber das Angebot an Internet-Formaten ausgebaut werden. „Denn das Internet verändert die Mediennutzung in unverkennbarem Ausmaß.“

Der BR will sich eine neue Selbstdefinition auf die Fahnen schreiben: „Künftig wird sich der Bayerische Rundfunk nicht mehr als reiner Hörfunk- und Fernsehsender definieren, sondern als ein Qualitätsanbieter von Audio- und Videoinhalten“, teilte der Sender mit.

Die Reform umfasst nicht nur die Organisationsstruktur. Für zahlreiche Mitarbeiter wird auch ein Umzug anstehen. Bislang sind Hörfunk und Fernsehen am Unternehmenssitz in München nicht nur organisatorisch, sondern auch räumlich getrennt. Der Hörfunk ist im Funkhaus in Bahnhofsnähe angesiedelt, Fernsehen und die TV-Unterhaltung weiter außerhalb der Stadt in Freimann und Unterföhring. Das soll sich ändern. „Im Zuge der Reform werden künftig mehr Journalisten der gleichen Fachrichtung an einem Ort zusammenarbeiten, Themen gemeinsam planen und recherchieren können“, heißt es. Dadurch soll ein „vertieftes Themenangebot“ möglich sein.

Die meisten Fachredakteure werden in Zukunft voraussichtlich außerhalb der Innenstadt in Freimann arbeiten müssen. Am jetzigen Fernseh-Standort soll sich der Großteil der Fachredaktionen versammeln und bündeln. Der BR spricht von einem „trimedialen Aktualitätenzentrum“. Auch die Hörfunkwellen Bayern 1, Bayern 2, Bayern 3 und B5 aktuell sollen laut Plan in ein paar Jahren aus Freimann senden. Seinen Standort in Unterföhring wird der BR wahrscheinlich aufgegeben und die Unterhaltungs-Produktion auf die verbleibenden Standorte aufteilen. Für mehr Regionalität soll in Augsburg ein „Studio Schwaben“ entstehen.

Der Rundfunkrat und der Verwaltungsrat des BR unterstützen das Vorhaben nach Senderangaben: Wilhelm habe zusammen mit den Führungskräften und vielen Mitarbeitern „ein schlüssiges Gesamtkonzept“ entwickelt, „den öffentlich-rechtlichen Auftrag auch im digitalen Zeitalter im Sinne der Grundversorgung und der Vielfalt demokratischer Meinungsbildung optimal zu erfüllen“, sagte der Rundfunkratsvorsitzende Bernd Lenze. Bei allen anstehenden Veränderungen betonte Wilhelm: „Der BR bleibt der Sender der Bayern, auch in einer sich rasch ändernden Medienwelt.“

dpa

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