Ulrich Wilhelmverzichtet als BR-Chef auf Nebeneinkünfte.

Und was sie oben drauf kriegen

Was Intendanten der Öffentlich-Rechtlichen verdienen

München - Ihre Gehälter sind fürstlich – und trotzdem nutzen viele Intendanten von ARD und ZDF die Möglichkeit, sich durch ihre Tätigkeit in Aufsichtsgremien von Tochterfirmen noch etwas dazu zu verdienen.

 Das berichtet der „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins konnte etwa die kürzlich aus dem Amt geschiedene WDR-Intendantin Monika Piel ihr Einkommen von rund 308 000 Euro im vergangenen Jahr um genau 58 922 Euro aufstocken. ZDF-Intendant Thomas Bellut erhielt im vergangenen Jahr 33 291 Euro zusätzlich – und da war er noch nicht einmal das ganze Jahr im Amt. Was Bellut verdient, hält das ZDF geheim, sein Vorgänger Markus Schächter brachte es auf 290 000 Euro jährlich.

NDR-Chef Lutz Marmor (Jahresgehalt: 286 000 Euro) kommt auf 27 000 Euro Zuverdienst jährlich (darunter auch Mandate bei zwei Banken und einer Versicherung), MDR-Intendantin Karola Wille (273 000 Euro) auf knapp 22 000 Euro, SWR-Intendant Peter Boudgoust (ebenfalls 273 000 Euro) auf 14 000 Euro. Selbst der Chef des kleinen Saarländischen Rundfunks (SR), Thomas Kleist, konnte noch gut 16 000 Euro im Jahr extra verbuchen – sein jährliches Fixum beträgt 210 000 Euro. Dagmar Reim, die Chefin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), verdiente zu ihren 220 000 Euro noch 12 000 Euro hinzu, von denen sie 3000 Euro spendete.

Allerdings gibt es auch die Tendenz zur Selbstbeschränkung. Ulrich Wilhelm, seit zwei Jahren Chef des Bayerischen Rundfunks (BR) und mit 310 000 Euro jährlich einer der Topverdiener, verzichtet laut „Spiegel“ von sich aus auf seine Bezüge bei den Tochterfirmen Europool, Telepool und Bavaria. Jan Metzger, Intendant des kleinen Radio Bremen (RB), bezieht seit März keine Vergütung mehr für seine Tätigkeit im Aufsichtsrat der Sendertochter Bremedia. Karola Wille, seit knapp zwei Jahren Chefin des Mitteldeutschen Rundfunks, hat schon vor einigen Monaten eine Untersuchung zu diesem Thema in Auftrag gegeben.

Der neue WDR-Chef Tom Buhrow darf für seine Tätigkeiten in Aufsichtsgremien übrigens maximal eine Gesamtsumme von 6000 Euro behalten. Er wird damit leben können, denn der ehemalige „Tagesthemen“-Moderator bekommt – inklusive Dienstwagen – 367 232 Euro pro Jahr überwiesen. Damit ist der Intendant der größten ARD-Anstalt der neue Spitzenverdiener unter den Senderbossen.  

mm

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„The Voice of Germany“ 2017: Darum weint Yvonne Catterfeld in der ersten Folge
Ein emotionaler Start der siebten Staffel von „The Voice of Germany“ 2017. Kandidatin Lara Samira bringt Yvonne Catterfeld zum weinen.
„The Voice of Germany“ 2017: Darum weint Yvonne Catterfeld in der ersten Folge
"Adam sucht Eva" 2017: Die Sendezeiten auf RTL
"Adam sucht Eva" läuft 2017 eine Woche lang auf RTL. Hier finden Sie die Sendezeiten der neuen Folgen sowie die Termine für Start und Finale.
"Adam sucht Eva" 2017: Die Sendezeiten auf RTL
„The Voice of Germany“ 2017: Das ist die Jury von Staffel 7
Am 19. Oktober startet die siebte Staffel der Gesangs-Castingshow „The Voice of Germany“ auf ProSieben. Erneut bilden fünf bekannte Musiker die Jury. Wir stellen Ihnen …
„The Voice of Germany“ 2017: Das ist die Jury von Staffel 7
Missbrauch am Set: „Rosenheim-Cops“-Schauspielerin lüftet erschütterndes Geheimnis
Zuschauer kennen sie aus Auftritten in Serien wie „Um Himmels Willen“, „SOKO München“ und „Die Rosenheim-Cops“:
Missbrauch am Set: „Rosenheim-Cops“-Schauspielerin lüftet erschütterndes Geheimnis

Kommentare