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Vollgas voraus: Christine Eixenberger und Stefan Murr im Einsatz für „Marie fängt Feuer“.

Der Star der neuen Herzkino-Reihe

Kabarettistin Eixenberger im Interview: So kam ich an die Hauptrolle in ZDF-Serie

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München - Plötzlich hatte Christine Eixenberger die Hauptrolle in einer neuen ZDF-Serie ergattert. Wie es dazu kam, verrät die Kabarettistin im Interview.

Sie wollte eine kleine Nebenrolle spielen. Ohne große Erwartungen marschierte die Kabarettistin Christine Eixenberger zum Casting für die neue Herzkino-Reihe des ZDF - und wurde am Ende als Hauptrolle besetzt! Die 29-Jährige hat mit ihrem Charme, ihrer Natürlichkeit und ihrer irgendwie ungebrochen positiven Ausstrahlung alle überzeugt und so, ganz nebenbei, den Mangel an Schauspiel-Erfahrung wettgemacht. Denn vor der Filmkamera hatte die Miesbacherin bis dahin noch nie gestanden. Am Sonntag nun läuft die erste von zwei bereits abgedrehten Folgen Marie fängt Feuer im ZDF.

Frau Eixenberger, das letzte Mal trafen wir uns während der Dreharbeiten zu „Marie fängt Feuer“. Jetzt sind die Filme fertig - ein gutes Gefühl, oder?

Christine Eixenberger: Erst mal war es ein total komisches Gefühl, als die Dreharbeiten abgeschlossen waren. Da hatte ich einen richtigen Nostalgie­flash, weil es eine so schöne Zeit mit dem gesamten Team war. Ich brauchte danach richtig Zeit, um wieder runterzukommen. Aber jetzt geht‘s wieder.

Haben Sie sich die Filme schon angeschaut?

Eixenberger: Den ersten habe ich gesehen. Das war irgendwie so, als würde man sich Aufnahmen aus der Kindheit anschauen. Mir ist da richtig das Wasser in den Augen gestanden. Ich bin schon stolz und froh, dass alles so gut funktioniert hat. Ich finde, wir haben ein Produkt geschaffen, das aus dem „typischen“ Herzkino-Schema ein bisserl rausgeht und authentisch und ehrlich rüberkommt. Da ist ganz viel Herz dabei. Und das spürt man.

Sie haben zum ersten Mal als Schauspielerin vor der Kamera gestanden. Was war die größte Herausforderung?

Die Protagonisten von „Marie fängt Feuer“.

Eixenberger: Es gab eigentlich zwei Situationen, vor denen ich mich wirklich gefürchtet habe. Zum einen war das die erste Szene, bei der ich weinen musste. Ich wusste nicht, wie ich das machen soll. Ich bin dann zu Saskia Vester gegangen, die meine Mutter spielt, und sie hat gesagt: „Es gibt da keinen Kniff. Ich mache es einfach so, dass ich richtig in diese Emotion reingehe. Stell dir vor, du bist das jetzt grad wirklich.“

Und das hat funktioniert?

Eixenberger: Das hat tatsächlich und Gott sei Dank funktioniert. Ich habe mich da so reingesteigert, dass die Tränen wirklich flossen (lacht).

Was war die zweite Angst?

Eixenberger: Die Bettszenen mit meinem Filmmann Stefan Murr. Die waren ganz gruselig. Jetzt nicht wegen dem Stefan natürlich. Aber ich habe mir im Vorfeld so viele Gedanken gemacht und zwei Nächte vorher nicht geschlafen. Mir war das einfach total fremd. Meine Rettung war, dass unser Regisseur, der Edzard Onken, die ganze Sache total technisch aufgezogen hat. Nach dem Motto: „Hier ziehst du bitte deine Jacke aus, hier die Hose. Dann setzt du dich mit einer Arschbacke aufs Bett. Dann Schnitt. Dann beugst du dich über den Stefan drüber. Und jetzt im Bett wälzen, wälzen, wälzen. Und wieder Schnitt.“ So war das. Und so hat es dann auch funktioniert. (lacht)

Macht Sie der Gedanke nervös, dass vielleicht fünf Millionen Menschen Ihre TV-Premiere anschauen werden?

Eixenberger: Das kann ich mir nur schwer vorstellen. Wenn ich Kabarett mache, sitzen da so um die 100 Leute, von denen ich direkt Rückmeldung bekomme. Sich vorzustellen, dass sich am Sonntag Millionen vor den Fernseher setzen … Bei dem Gedanken gehe ich jetzt schon an die Decke. Eine Freundin von mir will eine Riesenparty organisieren, bei der dann alle gemeinsam schauen. Ich weiß aber noch gar nicht, ob ich an diesem Tag aus dem Haus gehe.

Was könnte denn schlimmstenfalls passieren?

Eixenberger: Keine Ahnung, vielleicht bekomme ich komische Nachrichten, vielleicht geht‘s auf meiner Facebook-Seite rund, ich weiß es nicht. Ich war ja bislang ausschließlich Kabarettistin, und da bekommt man eigentlich nur nette Post - es sei denn, man sagt in Bayern etwas gegen die CSU, dann kann es auch schon mal rundgehen.

Halten Sie sich eigentlich den nächsten Sommer schon mal frei - für den Fall, dass es mit Marie im ZDF weitergeht?

Eixenberger: Das wird sich zeigen, sobald die erste Quote da ist und die Frage geklärt ist, ob wir weitermachen. Aber ich sag‘s mal so: Im Juni, Juli und August mach ich eh kein Kabarett, da hätte ich schon Zeit.

Interview: Stefanie Thyssen

Feuer und Flamme

Im Zentrum der neuen Herz­kino-Reihe steht die junge Marie (Christine Eixenberger). Sie lebt mit ihrem Sohn Max (Moritz Regenauer), ihrem Verlobten Stefan (Stefan Murr) und dessen Sohn Daniel (Jonas Holdenrieder) im (fiktiven) bayerischen Örtchen Wildegg und ist dort mit Leib und Seele bei der Freiwilligen Feuerwehr. Wenn’s irgendwo brennt, auch im übertragenen Sinn, hilft sie immer an vorderster Front. Gedreht wurden die ersten beide Filme unter anderem in Seehausen bei Murnau.

„Marie fängt Feuer“, Sonntag, 20.15 Uhr, ZDF

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