Mit Intuition und Härte

- Eine Frau wird vermisst: Manu Burbuleta, jung und lebenslustig. Ihr Freund Felix (Stephan Kampwirth) ist sich sicher, dass ihr etwas passiert ist. Er nimmt Kontakt zu Bella Blocks Assistenten Jan Martensen (Devid Striesow) auf, mit dem er seit der Polizeischule befreundet ist. Martensen wiederum bittet Bella Block (Hannelore Hoger), sich des Falls anzunehmen, auch wenn sie als Leiterin der Hamburger Mordkommission dafür nicht zuständig ist. Widerwillig stimmt Bella zu.

Der Krimi "Bella Block: Das Glück der Anderen", den das ZDF am Samstag zeigt, beginnt ganz ohne Leiche, aber mit der Suche nach einer möglicherweise toten Frau. Dabei werden Bella Block und Jan Martensen gleich mit zwei möglichen Tätern konfrontiert: mit Anna und Otto Luckner, einem älteren Ehepaar, Nachbarn der verschwundenen Frau. Gegenseitig bezichtigen sie sich, Manu getötet zu haben. Anna Luckner ist sicher, dass Otto der Täter ist. Schließlich hat sie die beiden in der Nacht vor Manus Verschwinden zusammen beobachtet. Otto, der Manu heimlich mit der Videokamera filmte, glaubt, dass die junge Frau Opfer von Annas Eifersucht wurde. Bella Blocks Intuition und die Hilfe einer Lippenleserin, mit der sie die Videoaufnahmen Luckners entschlüsselt, führen zur Lösung des Falls.

"Hannelore Hoger bietet mir täglich eine Reibungsfläche." Regisseur Christian von Castelberg

Die Geschichte ist Hannelore Hogers 20. Fall seit 1994. Das ZDF plant mit der 64-jährigen Schauspielerin zumindest drei weitere Krimis in der Reihe "Bella Block". Ob sie eines Tages als Kommissarin in Pension gehen wird, weiß sie noch nicht, denn "ich plane nicht länger als über einen Zeitraum von einem Jahr". Seit Sendebeginn verfolgen sechs Millionen Zuschauer jeden "Bella Block"-Krimi, der längst zur ZDF-Marke geworden ist. Dabei war die Vorgeschichte wechselhaft: Zunächst hatte die Produktionsfirma "Bella Block" dem Bayerischen Rundfunk angeboten. Der lehnte aber ab.

Das ZDF entschloss sich dann zur Ausstrahlung, aber: "Einmal wurde mehr als ein Jahr kein Film gezeigt", kritisiert Hoger. Regisseur ist diesmal Christian von Castelberg, der bereits seinen dritten Film in der Reihe gedreht hat. "Bei ,Bella Block’ geht es um gesellschaftlich relevante Themen, um die Psychologie und die Motivation der Täter und Opfer", sagt er. "Beim Inszenieren kann ich mit Schauspielern arbeiten, die sich primär durch ihr Können und nicht durch ihren Namen hervortun. Motivierend ist auch, dass sich Hannelore Hoger selbst nach 20 Folgen nicht gemütlich eingerichtet hat. Sie bietet mir täglich eine Reibungsfläche . . ."

ZDF, Samstag, 20.15 Uhr.

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