Jauch geht nicht zur ARD

- Es hätte so schön werden können am Sonntagabend ­ erst der "Tatort" mit seinen nis zu acht Millionen Zuschauern und anschließend die neue gesellschaftspolitische Talkrunde mit Deutschlands Lieblingsmoderator Günther Jauch. Doch der Traum ist geplatzt. Gestern informierte der 50-jährige Journalist, Showmaster und Fernsehproduzent seine ARD-Gesprächspartner, die Senderchefs Fritz Pleitgen (WDR) und Jobst Plog (NDR), sowie Programmdirektor Günter Struve und ARD-Chef Fritz Raff über seinen Entschluss.

"Der Vertragsschluss wurde durch eine Reihe von Indiskretionen und Nachforderungen aus einigen Landesrundfunkanstalten gefährdet", zeigte sich NDR-Intendant Plog anschließend verärgert über die eigene Truppe und äußerte sich besorgt, "ob es der ARD in Zukunft noch gelingen wird, einen Fernsehstar ähnlichen Formats für sich zu gewinnen".

Jauch selbst nennt mehrere Gründe für seinen Rückzieher. Er lässt durchblicken, dass ihm der Widerstand einiger Rundfunkräte gegen sein Engagement nicht geschmeckt hat. Auch Pleitgen-Nachfolgerin Monika Piel hatte gefordert, dass gefragte Stars wie Jauch sich künftig zwischen den Kommerziellen und den Öffentlich-Rechtlichen entscheiden müssten.

Noch Ende November hatte Programmdirektor Struve verkündet, die ARD sei bestrebt, den Neuzugang mit einem weiteren Format stärker ins Programm einzubinden. Damit war Jauch aber nicht einverstanden. Ferner gefiel ihm nicht, dass die Zuständigkeit für seine Polittalkshow den ARD-Chefredakteuren unterstellt werden sollte: "Damit wäre nach meiner Auffassung die Sendung dem ständigen Risiko ausgesetzt, zum Spielball der politischen Farbenlehre innerhalb der ARD zu werden." Dies entspreche nicht seinem Empfinden von "innerer Freiheit und äußerer Unabhängigkeit".

ARD-Chefredakteur Thomas Baumann konterte, redaktionelle Entscheidungen fänden bei ihm nicht nach Proporzdenken statt, sondern fußten auf journalistischer Ausgewogenheit. Bei der Werbung hätte es nach Jauchs Darstellung künftig keine Probleme gegeben. Zwar seien ihm seine Werbeaktivitäten nicht untersagt worden, doch habe er entsprechende Verträge bereits gekündigt oder auslaufen lassen. "Diese Zugeständnisse zeigen, wie sehr ich an dem Format am Sonntagabend interessiert war." Auch hier hatten sich Kritiker zu Wort gemeldet.

Frank Plasberg stünde als Nachfolger bereit

Theoretisch könnte nun Sabine Christiansen, die gerne bis zum 10. Geburtstag ihrer Show im Januar 2008 weitergemacht hätte, in die Verlängerung gehen. Ihr Sprecher kündigte gegenüber "Bild" jedoch Christiansens letzte Ausgabe für den 24. Juni an.

Fernsehmoderator Frank Plasberg, der im WDR-Fernsehen den Talk "Hart, aber fair" präsentiert und auch schon als Christiansen-Nachfolger gehandelt wurde, sagte den "Lübecker Nachrichten", er stehe zur Verfügung, wenn er gefragt würde.

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