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Jérome Adjallé hätte bei Günter Jauch besser nicht seinem Publikums-Joker vertraut

"Lasst sie in Ruhe!"

WWM-Pechvogel verteidigt Publikums-Joker

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Berlin - Er spielte um 125.000 Euro und verlor fast alles, weil er sich auf seinen Publikums-Joker verließ. "Wer wird Millionär?"-Kandidat Jérome Adjallé war am Montag der große Pechvogel bei Günter Jauch.

Wer sich auf andere verlässt, ist meist verlassen. Das musste auch Jérome Adjallé feststellen. Der Kandidat bei Günter Jauchs "Wer wird Millionär?" stand am Montagabend in der RTL-Quizshow vor der 125.000-Euro-Frage, als er nicht weiterwusste. Zum Glück hatte er noch seinen Telefon- sowie den Zuschauer-Joker. Zunächst rief er also seinen ehemaligen Deutsch- und Geschichtslehrer an und las die knifflige Frage vor: "Wer auf der „Tribüne“ Platz nimmt, tut dies der Wortherkunft zufolge eigentlich, um...?" Die Antwort-Alternativen: A: Gekrönt zu werden, B: Recht zu sprechen, C: Orgien zu feiern, D: Almosen zu verteilen.

Der Ex-Pädagoge leitete "Tribüne" vom Wort "Tribunal" her und vermutete einen Zusammenhang mit Rechts-Angelegenheiten. Deshalb riet er Adjallé zu Antwort B. Doch der 32-jährige Magier hatte die Risikovariante gewählt und wollte deshalb Gewissheit - also setzte er den Publikums-Joker hinterher.

Eine 19-jährige Studentin machte den vertrauenswürdigsten Eindruck auf den Mann, der von Berufs wegen Menschen verzaubert. Kein Wunder: Isabel L. strotzte vor Selbstbewusstsein. Sie habe das große Latinum, immer eine 1 in Latein und römische Rechtsgeschichte sei Bestandteil ihres Studiums gewesen, prahlte sie stolz.

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Im Gegensatz zum Telefon-Joker war die junge Frau der Meinung, dass es Antwort B nicht sein könne - sie tippte vielmehr auf D ("Almosen verteilen"). Mehrere Zuschauer im Studio aber wussten: Das stimmt nicht! Ein Mann hinter der fehlgeleiteten Ratgeberin schüttelte den Kopf, auch Adjallés Freundin schwante Schlimmes. Doch der 32-Jährige folgte der Studentin auf ihren Holzweg und fiel prompt ins Wasser.

„Der Begriff 'Tribüne' geht zurück auf den römischen 'tribun'. Wir kennen den Begriff Tribunal – Tribunal ist der erhöhte Platz für den Richterstuhl des Tribunen“, las Jauch die richtige Antwort voller Bedauern für seinen Kandidaten vor. 124.500 Euro hatte diesen der falsche Rat gekostet. Von den bereits erreichten 64.000 Euro blieben dem Pechvogel nurmehr 500 Euro. Sein Kommentar: "Fuck!"

Shitstorm gegen Studentin

Völlig entgeistert schien dagegen die 19-Jährige im Zuschauerraum. Kurz nach der Sendung wurde die tragische Szene in sozialen Netzwerken wie Facebook lebhaft diskutiert, ein shitstorm braute sich gegen die junge Frau zusammen. Auf seiner Facebook-Seite forderte Adjallé noch in der Nacht zu Dienstag, die glücklose Studentin nicht weiter zu behelligen. „Nachdem ich in den letzten 3 Stunden Zeuge eines handfesten "shitstorms" gegen das junge Mädel aus dem Publikum bei WWM geworden bin, möchte ich doch ALLE bitten, sich zu zügeln, und sie in Ruhe zu lassen. Das hat NIEMAND verdient!!“, schrieb er.

hn/dpa

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