Jörg Hube ist der neue Kommissar

München - Die Ermittlertage des Kommissar-Gespanns Jürgen Tauber und Jo Obermaier sind bekanntlich gezählt, es wird nur noch vier neue Folgen geben. Und bisher durften die Fans des Münchner "Polizeiruf 110" den langsamen Abschied von Edgar Selge und Michaela May nur betrauern, ohne sich auf die Serienzukunft freuen zu können. Nun aber gibt es allen Anlass dafür: Jörg Hube wird mit Stefanie Stappenbeck an seiner Seite das Amt übernehmen.

Übung hat Jörg Hube ja schon als Kriminaler: Der Münchner Schauspieler, Ensemblemitglied des Bayerischen Staatsschauspiels, der Kabarettist, Regisseur, Herzkasperl und Autor eigener Programme wie etwa "Sugardaddy" (im Münchner Fraunhofertheater bis 18. August zu sehen), spielte nicht nur vor zehn Jahren in der Sat.1-Serie "Sophie - Schlauer als die Polizei erlaubt" den Kriminalrat Ludwig Mayerhofer neben der Regensburger Miss Marple Enzi Fuchs. Als Kriminalbeamter rückte er dann so richtig ins Bewusstsein der Zuschauer in Willy Puruckers legendärer Serie "Die Löwengrube": In der Familiensaga spielte er mit Vater Ludwig und Sohn Karl Grandauer die Vertreter gleich zweier Ermittlergenerationen. Und nun also den klassischen Serienkommissar.

Bisher habe er die Angebote für solche Dauerfiguren abgelehnt, erzählt Cornelia Ackers, die beim Bayerischen Fernsehen zuständige Redakteurin. "Umso mehr habe ich mich gefreut und war gerührt, dass er sich für ,Polizeiruf 110 entschieden hat. Wir haben uns gleich sehr gut verstanden." Und Jörg Hube selbst klingt freilich auch sehr begeistert und erfreut über sein Engagement als Friedl Papen: "Das Casting war ja sehr offen, und es waren viele daran beteiligt. Nun sind wir mitten in den Konzeptionsgesprächen, und ich finde, dass die Redaktion sehr vertrauensvoll ist." Darf er also seine eigenen Vorstellungen für den neuen Charakter verwirklichen? "Das formuliere ich sehr genau. Und natürlich kann ich meine Sehnsüchte einbringen.Wichtiger ist aber, was als Surrogat dabei herauskommt. Wir haben eine lange Vorlaufzeit, das ist sehr konstruktiv. Ich bin ja als solche Figur auch eine Projektionsfläche, und die Wünsche des Schauspielers sind nicht immer die Sinnvollsten. Es kommt sehr darauf an, was die anderen Beteiligten in mir sehen."

Und dann ist da ja noch die gleichfalls neue Kommissarskollegin Uli Steiger, die 33-jährige Stefanie Stappenbeck. Jörg Hube kennt sie erst seit dem gemeinsamen Probedreh: "Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit ihr, einer Berlinerin. Gerade diese Mischung aus Bayer und Preuße gefällt mir. Wie heißt es so schön: Nichts ist so heiß wie die Liebe zwischen Bayer und Preiß."

Das findet auch Redakteurin Ackers, die mit dem neuen Duo eine gänzlich neue Farbe in diesen Krimi bringen will, obwohl es ihr sehr schwer fiel, sich von der bisherigen zu lösen. Zehn Jahre lang hat sie schließlich mit Kommissar Tauber gearbeitet, mit dem sie nun gewissermaßen den eigenen Vater beerdigt, denn der hatte auch nur einen Arm. "Man neigt ja dazu, die gleiche Konstellation wieder zu suchen. Dann überwog aber doch der Wunsch nach neuen Impulsen. Wichtig war mir die bayerische Farbe in Dialekt und Ausstrahlung, die von einem männlichen Schauspieler verkörpert werden sollte. Zunächst war es im Sender ein Schocker, dass mit dem 63-jährigen Hube ein älterer Kommissar kommen würde. Gerade das finde ich reizvoll sowohl am Schauspieler als auch an der Figur: Sie haben große Ressourcen an Wissen. Kommissar Papen hat auch keine Akademie-Laufbahn genommen. Er hat sich durch Undercover-Einsätze unentbehrlich gemacht. Er kennt alles schon, was eine positive Seite hat: Mit seiner Ruhe und Gelassenheit kann er Halt geben. Das geht allerdings so weit, das er auch neben der Leiche seine Frühstückssemmel auspackt."

Und für die junge Kollegin sei er eine Art "Sugardaddy": "Die junge Kommissarin war bisher im Militärdienst. Sie hatte einen dominanten Vater, der auch beim Militär war, dem sie nacheifert, was sie ein Stück ihrer Mädchenhaftigkeit kostet. Mit ihrer Sensibilität aber macht sie den Kollegen darauf aufmerksam, dass er neben einer Leiche die Semmel verzehrt. In dieser Rolle findet sie den Weg, den sie eigentlich gehen will." Ackers legt großen Wert auf eine gemeinsame Rollenentwicklung mit den Schauspielern. "Ich frage sie nach biografischen Dingen, nach Träumen. Ich mag die großen Schnittstellen zwischen Figur und Schauspieler. Und auch in dieser Hinsicht habe ich Lust auf das neue Duo: Es ist interessant, menschlich, warmherzig."

Das zeigte sich auch darin, wie es sich gefunden hat: "Hube kam mit ganz wenig Schlaf in Berlin an, wo der Probedreh war. Als Stappenbeck mit ihrer Leichtigkeit und Geschwindigkeit hereinkam, war er ganz wach. Sie hatte aber das Drehbuch nicht erhalten und musste es schnell nachlernen. Wenn sie hing, hat er mitgeholfen. Und warum sollen wir nicht das Duo nehmen, das sichtlich Spaß aneinander hat?" Gedreht wird übrigens ab Herbst 2008, 2009 wird die erste Folge zu sehen sein.

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