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Fachkundig: Julia Scharf (hier im Gespräch mit FCA-Manager Stefan Reuter) absolvierte ein tadelloses Debüt bei „Blickpunkt Sport“.

Fernsehkritik

So war Julia Scharfs Debüt bei "Blickpunkt Sport"

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München - Souveräne Moderatorin, entbehrliche Fankurve – Bilanz des ersten „Blickpunkt Sport“ auf dem neuen, alten Sendeplatz.

Der eingespielte Beitrag endet, im Studio brandet der Applaus auf – so ist das im Fernsehen bei Magazinsendungen mit Publikum (dem auch immer signalisiert wird, wann es zu klatschen hat). Bei „Blickpunkt Sport“ erfolgen die Ovationen jetzt sogar stehend, denn es gibt einen Fanblock. Wie im Stadion. Im guten alten Stadion, wo man sich in der Kurve drängte. „Blickpunkt Sport“ will damit auch seinen Neubeginn markieren – weg vom Sonntagabend, zurück zum Montag, so wie es zu den besten Zeiten, in den Achtzigern und Neunzigern war. Im Rahmen der BR-Programmreform soll der Klassiker wiederbelebt werden. Gelungen?

Auf der Moderatorenposition – ja! Julia Scharf, die Neue im Team, hat souverän durch ihre erste Sendung geführt, man merkte ihr die Erfahrung aus der ARD-„Sportschau“ an. Sie macht wenig Aufhebens um die eigene Person, wodurch sie sich angenehm unterscheidet von Isabella Müller-Reinhardt, ihrer Vorvorgängerin beim „Blickpunkt“. Und sie ist viel viel fachkundiger als die mit dem Thema Sport fremdelnde Janina Nottensteiner, die die bis dato letzte Frau gewesen war, der das BR Fernsehen die Vorzeigesendung anvertraut hatte – und damit scheiterte.

Was es nicht unbedingt braucht, ist allerdings die Fankurve mit ihrem „Sprecher“ Stephan Hacker. Ein Sidekick für den Moderator, um die Gespräche mit den Gästen am Laufen zu halten, ist eine gute Idee. Allerdings: Alles ist einstudiert, nichts ist spontan, der angebliche Fan Hacker auch ein professioneller Moderator – zu einer kontroversen Diskussion wird „der Stehtribünenblock für die leidenschaftlichen Fans“, wie der BR die Neuerung bewarb, nichts beitragen, er ist reine Kulisse.

Stehen und fallen wird der neue „Blickpunkt Sport“, der wieder mehr sein soll wie der alte aus der „Rubi & Waldi“-Zeit, mit den Studiogästen. Die Premierenbesetzung mit den Managern Thomas Linke (Ingolstadt) und Stefan Reuter (Augsburg) war okay. Doch werden auch wieder Leute vom FC Bayern München kommen, wo die Sendung seit Jahren ignoriert wird?

Aufwändig und unterhaltsam war die Reise der BR-Reporter durch Italien auf der Suche nach Spuren des künftigen FC-Bayern-Trainers Carlo Ancelotti. Doch halt auch so lang, dass sie in zwei Teile gesplittet werden musste. Der Rest-Sport kam daher kaum zum Zuge. Nur vier von 45 Minuten. „Blickpunkt Sport“ war vor allem ein „Blickpunkt Fußball“.

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