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Günter Grünwald feiert seinen 60. 

Geburtstagssendung im BR

Grünwald wird 60: „Ich blicke mit großer Heiterkeit auf diese Zahl“

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München - Der Kabarettist Günter Grünwald wird am kommenden Sonntag 60 Jahre alt – und zieht im Interview Bilanz seines bisherigen Lebens.

Seine Programme trugen schon Titel wie „Arschgeigenparade“ oder „Einlauf“, aktuell ist Günter Grünwald als „Deppenmagnet“ unterwegs. Wer ihn kennt, weiß, dass der Kabarettist aus Ingolstadt bei der Beschreibung seines Alltags und seiner (nicht nur) erfundenen Zeitgenossen deutliche Worte findet. Am kommenden Sonntag wird der selbsternannte „Botschafter des guten Geschmacks“ 60 Jahre alt. Anlass für den BR, am Freitag (25. November) um 22 Uhr eine Art vorgezogene Geburtstagsparty zu veranstalten.

Sie werden am Sonntag 60 – eine Zahl, bei der man auch als Spaßvogel für einen Moment ernst wird?

Günter Grünwald: Ich würde ziemlich ernst werden, wenn ich mich schon mit 59 in die Kiste gekniet hätte. (Lacht.) Von daher blicke ich mit großer Heiterkeit auf diese Zahl.

Wie sieht in einem Satz Ihre bisherige Lebensbilanz aus?

Grünwald: Die ersten 33 Jahre waren durchwachsen, seitdem ist es sehr gut gelaufen.

Die ersten 33 Jahre – das ist mehr als die Hälfte Ihres bisherigen Lebens...

Grünwald: Ich habe lange nicht gewusst, womit ich mein Geld verdienen soll. Ich habe die Schule abgebrochen, auf dem Bau gearbeitet, ich habe Getränke ausgefahren, ich hatte einen Naturkostladen, einen Schallplattenladen, ich habe als Filmvorführer gearbeitet und im Lager eines Kaufhauses. Und bei jedem Job war mir klar, dass ich das nicht ewig machen werde. Bis ich dann übers Kabarett gestolpert bin. Ich habe in einer Band Musik gemacht, irgendwann haben wir damit angefangen, zwischendurch auch Sketche zu spielen, und daraus hat sich die Idee entwickelt, es einmal alleine zu probieren auf der Bühne.

Und das hat funktioniert.

Grünwald: Es hat super funktioniert. Zumindest bei den Leuten, die da waren. Es waren halt am Anfang wahnsinnig wenige da. (Lacht.) Aber ich habe nicht mehr daran gezweifelt, dass das was wird.

Wenn man Sie charakterisiert, dann fallen oft die Begriffe „deftig“ oder „derb“. Ist Ihre Performance so eine Art Ventil, damit Sie im normalen Leben ganz entspannt sein können?

Grünwald: Es macht schon Spaß, es auf der Bühne richtig krachen zu lassen. Aber auch wenn ich diese Möglichkeit nicht hätte, würde ich wahrscheinlich nicht mit der Spitzhacke durch die Nachbarschaft ziehen.

Wollen Sie dem Publikum dazu verhelfen, den Alltagsfrust wegzulachen?

Grünwald: Ob die frustriert sind, die da in der Vorstellung sitzen, weiß ich nicht. Ich will die Leute gut unterhalten. Ich möchte nicht die Welt verändern – wenn ich das könnte, würde ich kein Kabarett machen.

Wie lebt es sich mit der Prominenz beim Sonntagsspaziergang oder beim Einkaufsbummel?

Grünwald: Sehr gut. Wenn ich angesprochen werde, dann freundlich. Aber meistens nehme ich wahr, dass sich die Menschen gegenseitig anstoßen und mit dem Kopf zu mir herdeuten. Einmal, in einem Möbelhaus, habe ich gehört, wie ein Mann zu seiner Frau gesagt hat: „Schau hi, des isser!“ Darauf hat sie gesagt: „Naa, des kann er gar ned sei, der is vui kleana!“ Aber mich direkt zu fragen haben sie sich nicht getraut.

Was war rückblickend gesehen Ihr größer Triumph und was Ihre größte Niederlage?

Grünwald: Das sind beides Begriffe, die nicht zu meinem Leben passen. Bei mir ging und geht die Kurve weder steil hinauf noch steil hinunter.

Was würden Sie anders machen, wenn Sie könnten?

Grünwald: Ich würde, wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, mehr Spaß an der Schule haben, vielleicht sogar Abitur machen und studieren. Wenn ich die ersten Jahre mehr hätte genießen können, wäre das nicht schlecht gewesen.

Das Gespräch führte Rudolf Ogiermann.

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