"Kämpfen begeistert die Leute"

Stefan Raab-Interview: - Die Idee von "Schlag den Raab" ist so simpel wie erfolgreich: Ein Kandidat tritt in verschiedenen Wettkämpfen gegen Entertainer Stefan Raab an. Regelmäßig hat die Marathonsendung eine gute Quote. Bislang wurde Raab erst einmal geschlagen, morgen muss er sich wieder beweisen (Pro Sieben, 20.15 Uhr).

Hätten Sie damit gerechnet, dass diese Show ein solcher Erfolg wird?

Ja, ich war mir absolut sicher ­ ich war sogar selten von einer Sendung so überzeugt wie von dieser. Aus meiner Erfahrung wusste ich schon, dass die Zuschauer gerne solche Wettkämpfe sehen. Nach der ersten Ausgabe dachte ich mir dann: Viereinhalb Stunden ­ das war ganz schön lang. Aber die Quoten haben gezeigt, dass das Konzept funktioniert.

In bisher vier Sendungen haben Sie dreimal gewonnen. Keine Angst, dass das langweilig wird?

Mit einem guten Kandidaten, der mir Paroli bieten kann, ist es natürlich spannender. Die dritte Ausgabe, in der ich am Ende auch verloren habe, war eine Mördershow. Ich bin selten nervös, aber da war ich schon sehr angespannt, das hat mich selber mitgerissen, und da wurde mir klar: Die Sache hat Substanz.

Wundern Sie sich nicht selbst, dass Sie oft gegen jüngere und trainiertere Herausforderer gewinnen?

Bei mir macht der Wille sehr viel aus. Manchmal geht es einfach darum, zu beißen und Schmerzen auszuhalten. Außerdem spielen die Nerven eine Rolle ­ und da sind die Kandidaten manchmal nicht ausgebufft genug.

Werden Sie am Konzept der Show feilen, damit Ihnen die Kandidaten künftig ebenbürtiger sind?

Da kann man nix drehen ­ wir wählen mit Fitness- und Wissenstests ja schon die besten aus mehreren tausend Bewerbern aus. Das Spiel ist außerdem so aufgebaut, dass es bis zum Ende spannend bleibt. Die Zuschauer wollen ja tendenziell immer, dass ich verliere, allerdings kann sich das auch im Lauf einer Show ändern. Man muss kämpfen, das begeistert die Leute.

Wirken Sie daher so verbissen ehrgeizig?

Genau. Man darf das nicht so machen wie bei Promi-Fußballspielen, wo sich die Spieler nur den Ball zuschieben und jeder sieht, dass sie es nicht ernst meinen. Ich merke vor der Show oft, dass ich viel zu entspannt bin, und muss mich selber erst mal aggressiv machen. In der Sendung halte ich mich dann sehr zurück, mache wenig Quatsch, weil ich mich einfach auf die Spiele konzentriere.

Könnten Sie sich vorstellen, wie Olli Pocher von ProSieben zu den Öffentlich-Rechtlichen zu gehen?

Für mich gibt es gar keinen Grund, die Seiten zu wechseln. Ich habe mir hier einen Entfaltungsraum erarbeitet, den ich sonst wohl nirgends hätte, ich bin sehr zufrieden.

Das Gespräch führte Cornelia Wystrichowski

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