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Alleinherrscher ist er nur in seiner Fantasie: Dieter Fischer (r.) spielt die Titelrolle in der BR-Serie „Der Kaiser von Schexing“ mit Gerd Anthoff als Kämmerer und Dorothee Hartinger als geschäftsführender Beamtin.

"Kaiser von Schexing": Bizarre Kleinkriege schräger Vögel

München - Am Donnerstag starten im Bayerischen Rundfunk neue Folgen der Rathausserie „Der Kaiser von Schexing“ mit Dieter Fischer in der Titelrolle.

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Neue Folgen: Der Kaiser von Schexing

Bogner in großen Portionen

Eine Kreuzung, mannshoher Mais, der bis dicht an die Straße heranreicht und Autofahrern die Sicht erschwert – bis zur Ernte (die gerade läuft) ein vertrautes Bild in vielen Teilen Oberbayerns. Dieses Bild bietet sich dem Betrachter auch in Schexing, dabei handelt es sich hier doch um ein erfundenes Dorf. Autor und Regisseur Franz Xaver Bogner führt auch in der neuen Staffel der Serie „Der Kaiser von Schexing“, zu sehen ab morgen jeweils donnerstags um 21.45 Uhr im Bayerischen Fernsehen, seine Zuschauer wieder mitten hinein ins richtige Leben – oder ist es doch nur eine Fantasiewelt voller schräger Vögel?

Denn im Maisfeld von Schexing tobt ein bizarrer Kleinkrieg um die Frage, wer denn nun ein paar Meter Mais mäht (und wann), damit es an den Kreuzungen nicht ständig kracht. Und mitten drin der Bürgermeister des kleinen Ortes, Andreas „Andi“ Kaiser, gespielt von Dieter Fischer. Um ihn dreht sich (fast) alles in dieser Serie, er ist omnipräsent, er kümmert sich – auch dieser Satz fällt in der ersten von fünf neuen Folgen – „persönlich um die großen und die kleinen Probleme“ seiner Mitbürger.

Für den Hauptdarsteller, der doch nun schon eine ganze Weile als „Kaiser von Schexing“ amtiert, ist die Arbeit an der Produktion alles andere als Routine: „Es macht mir immer noch wahnsinnig viel Spaß – eigentlich von Staffel zu Staffel mehr“, versichert Fischer im Gespräch mit unserer Zeitung. Derzeit dreht das Team schon wieder neue Folgen der Geschichten aus einem oberbayerischen Rathaus, kleine Episoden um das Klima in der Gemeindeverwaltung, erbitterte Nachbarschaftsstreitigkeiten, umstrittene Investitionen, nervige Querulanten und verzockte Steuergelder. Andi Kaiser, so sieht es sein Darsteller, ist im und mit seinem Amt gewachsen. Seine anfangs allzu idealistischen Vorstellungen von Bürgernähe habe er ein wenig revidiert: „Es muss auch mal regiert werden.“ Das allerdings ist nicht leichter geworden, denn in den neuen Folgen spielt auch der Gemeinderat von Schexing eine gewichtige Rolle. Der „Kaiser“ ist kein Alleinherrscher mehr.

Trotzdem nimmt er das Leben leicht. Und das empfiehlt Fischer auch den „echten“ Amtskollegen seiner Serienfigur, von denen er im Lauf der letzten zwei Jahre schon einige kennenlernen durfte: „Vielen Gemeinden würde es nicht schaden, wenn deren Bürgermeister ein bisserl was von Andi Kaiser hätten.“

Selbst in die Politik zu gehen – darüber hat der aus Freising stammende Schauspieler bisher „keine fünf Sekunden nachgedacht“. Wer Erfolg habe, habe auch Neider: „Ein Politiker in einer Führungsposition kann noch so gut sein, immer wird es andere Politiker geben, die nichts lieber wollen als auf seinen Platz zu kommen.“ Allerdings nutzt Fischer seinen „Amtsbonus“, um sich in den Dienst der guten Sache zu stellen, ganz konkret für die „Lebenshilfe Starnberg“.

Ansonsten bleibt der 38-Jährige seiner Profession treu, nicht nur vor der Kamera, sondern auch auf der Bühne. Anfang nächsten Jahres hat er im Theater Landshut Premiere mit dem „Kontrabass“ von Patrick Süskind. Darauf – und auf alles, was sonst noch auf ihn zukommt – freut er sich sehr: „Die Schauspielerei ist schon ein privilegierter Beruf. Ich genieße jeden Augenblick!“

von Rudolf Ogiermann

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