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Ab Januar Vergangenheit: Das Intro vor dem „Tatort“-Intro im Ersten.

Neue Regelung

Kein Bier mehr vor dem Tatort-Krimi

München - ARD und ZDF müssen ab 2013 auf Sponsoring von Sendungen verzichten. Für den Sonntagabend-Tatort heißt das: Keine Bierwerbung mehr.

Ein tiefblauer See, eine bewaldete Insel wie aus dem Bilderbuch – Sekunden später dreht sich ein volles Glas Bier ins Bild. Es ist Sonntagabend, 20.15 Uhr, gleich beginnt der „Tatort“ im Ersten – präsentiert durch den kurzen Spot einer bekannten Brauerei. Doch ab dem neuen Jahr wird das „Tatort“-Intro direkt auf die „Tagesschau“ folgen – ohne See, ohne Insel, ohne Alkohol. Und die Öffentlich-Rechtlichen verlieren wohl Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe.

Eigentlich ist ARD und ZDF Werbung zumindest nach 20 Uhr und an Feiertagen verboten. Eigentlich – denn wer eine konkrete Sendung sponsert, darf in deren Rahmen auch nach 20 Uhr im Ersten und im ZDF noch Spots schalten. Mehr als 60 Millionen Euro pro Jahr haben die beiden Sender mit dieser Gesetzeslücke zuletzt verdient. Nun wird sie zum neuen Jahr weitgehend geschlossen. Dann tritt die neue Fassung des Rundfunkstaatsvertrags in Kraft, die Schluss macht mit der Unterscheidung zwischen Werbung und Sponsoring.

Für den Zuschauer sei die „Unterscheidbarkeit zwischen Sponsoring und Werbung sehr schwierig geworden“, heißt es als Begründung aus der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei. Sie führt den Vorsitz in der Rundfunkkommission der Länder, in der Änderungen der Rundfunkstaatsverträge abgestimmt werden. Einst seien Sponsoren lediglich im Abspann als Financiers aufgetaucht. Das hat sich inzwischen geändert. Nun präsentieren Versicherungen das Wetter, und vor Spielfilmen und Shows gibt’s den Hinweis auf einen bestimmten Sekt.

Doch nicht mehr lange. Der neue Vertrag erlaubt Sponsoring ab Januar nur noch für sogenannte „Großereignisse“ wie etwa Olympische Spiele und Spiele der deutschen Fußballnationalmannschaft. Diese Ausnahmen seien auch nötig, erklärt die Staatskanzle. In diesen Bereichen werde Sponsoring häufig bereits bei der Vergabe der Übertragungsrechte vorausgesetzt. Ein striktes Verbot hätte die Öffentlich-Rechtlichen beim Rechtepoker benachteiligt.

Was die Auswirkungen auf das Programm betrifft, malt die ARD trotz der Ausnahmeregelung bereits den Teufel an die Wand. Sie befürchtet durch das Verbot „möglicherweise negative Auswirkungen auf die deutsche Sportlandschaft“, insbesondere „für die mittleren und kleineren Sportarten“, die nun nicht mehr von einem Programmsponsor unterstützt werden könnten. Das ZDF wiederum verneint Auswirkungen auf die Programmgestaltung.

Mit Schätzungen der Höhe ihrer Mindereinnahmen halten sich jedoch ARD und ZDF gleichermaßen zurück. Man gehe „selbstverständlich“ von Einbußen aus, heißt es in Mainz, ähnlich auch bei der ARD. Die Höhe dieser Einbußen ließe sich jedoch „leider nicht genau berechnen“. Nach Angaben der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten dürfte es sich jedoch um einen zweistelligen Millionenbetrag handeln. Ausgeglichen werden soll das drohende Defizit bei der ARD nun durch „Einsparungen der Landesrundfunkanstalten“.

Von Torben Klausa

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