Von Kindern und Karrieren

München - Auch für Harald Schmidt geht die Sommerpause zu Ende: Heute meldet sich der Entertainer um 22.45 Uhr mit seiner Late-Night-Show in der ARD zurück. Fortan heißt das Format, das nur noch donnerstags läuft, dafür aber eine Stunde dauert, "Schmidt & Pocher".

Den 29 Jahre alten Oliver Pocher hat Schmidt von Pro Sieben zur ARD geholt und angekündigt, ihm in ein oder zwei Jahren die Sendung überlassen zu wollen. Folgendes Gespräch, das nicht stattgefunden hat, besteht aus Zitaten, die von Schmidt und Pocher anderenorts geäußert wurden.

-Herr Schmidt, als Sie die Zusammenarbeit mit Oliver Pocher bekannt gaben, wurden Sie teilweise hart kritisiert. Warum haben Sie ihn zu sich geholt?

Schmidt: Jeder Deutsche soll eine eigene Fernsehsendung haben! Dies war das wichtigste Ziel der Regierung Schröder, und es wurde verwirklicht!

-Herr Pocher, es war zu hören, dass Herr Schmidt zunächst schriftlich Kontakt mit Ihnen aufgenommen hat...

Pocher: Die fünf Seiten aus dem Brief, die bleiben unter uns. Wobei: Die Bilder waren top.

-Wie würden Sie heute Ihre erste Reaktion zusammenfassen, als Ihnen auf diese Weise der Weg ins öffentlich-rechtliche Fernsehen geebnet wurde?

Pocher: Einfach mal sympathisch freuen wie Olli Kahn, wenn er mal 'ne Neue hat.

-Haben Sie keine Sorge, neben Harald Schmidt, dem Liebling der Feuilletons, unterzugehen?

Pocher: Sie müssen schon ein bisschen Anspruch an sich selber haben.

-Und Sie, Herr Schmidt, sorgen sich nicht, neben Oliver Pocher alt auszusehen?

Schmidt: Kinder und Karriere lassen sich problemlos vereinbaren.

-Herr Schmidt, im August haben Sie Ihren 50. Geburtstag gefeiert. Was ging Ihnen beim Eintritt in die zweite Lebenshälfte durch den Kopf?

Schmidt: Wann begreifen wir Männer endlich, dass unsere Verrücktheit, unser Anders-Sein, unser Mut zum Fallenlassen unsere größten Stärken sind?

-Sie haben bisher für das Publikum des Privatsenders Pro Sieben gearbeitet, Herr Pocher. Wer will Sie im Ersten sehen?

Pocher: Viele, die mich privat kennen, die wissen, ich bin eigentlich eine harte Sau. Ich bin ein Rock 'n' Roller-Typ, von oben bis unten tätowiert, gepierct. Ich spreche alle Arten von Frauen an.

-Wo sind Ihre Stärken - auch im Unterschied zu Ihrem neuen Kollegen?

Pocher: Ich bin ein Kumpel-Typ. Ich habe 'nen Astralkörper, kann singen, tanzen, wär auf Wunsch sogar heterosexuell.

-Hat die ARD Sie dazu gedrängt, Pocher mit an Bord zu nehmen?

Schmidt: Man denkt höchstens mal über neue Konzepte nach. Oder bastelt an einem Format, das besser zum Moderator passt. Was mich betrifft: Nahezu hundertprozentige Jobgarantie! Keine Sektenzugehörigkeit, 1-a-Benehmen bei Talk-Show-Auftritten, und bei "Mission: Impossible" habe ich schon gewusst, warum ich nicht mitspiele.

-Was wird neu bei "Schmidt & Pocher"?

Schmidt: Jetzt ist - und da sind sich wirklich alle einig - der Dialog gefragt. Das ist immer dann der Fall, wenn der Monolog bei Teilen des Publikums eher weniger Lacher verzeichnet. Alte Late-Night-Regel.

-Ihr erster Gast ist heute Abend Günther Jauch. Warum?

Schmidt: Er beherrscht förmlich die deutsche Fernsehbranche und wird selbst dort auf Händen getragen, wo keine mehr frei sind.

-Sie sind immer wieder auch auf Theaterbühnen zu sehen, zurzeit etwa in Stuttgart. Wie haben Ihre Kollegen dort auf die Kooperation mit Oliver Pocher reagiert?

Schmidt: Natürlich sind am Theater, wo die großen Leidenschaften noch ein Zuhause haben, Eifersüchteleien nicht weit. Starke Persönlichkeiten, mit überwältigenden Egos, da kann es leicht mal explodieren. Was im kreativen Bereich natürlich immer wünschenswert ist. In Spitzentheatern ist die Bühnentechnik absolut gleichwertig mit dem künstlerischen Personal...

Pocher: ...unsere Techniker sind nicht so anspruchsvoll.

-Herr Pocher, Herr Schmidt ist Katholik und thematisiert das in den Sendungen immer mal wieder. Als Kind waren Sie bei den Zeugen Jehovas. Sorge, dass Sie Wissenslücken im Bereich Katholizismus haben?

Pocher: Schön ist, wenn man Papst wird, kann man sich direkt einen neuen Namen geben. Joseph Ratzinger heißt jetzt Benedikt XVI. Das hätte er marketingstrategisch auch besser machen können: Der Papst heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix.

-Herr Pocher, Ihre Witze sind oft zotig und unter der Gürtellinie beheimatet. Ist die ARD dafür nicht zu bieder?

Pocher: Haben Sie sich mal ganz genau bei der ARD "Die Sendung mit der Maus" angeguckt? Die Maus kokst!

-Herr Schmidt, zuletzt waren die Quoten Ihrer Show rückläufig. Was, wenn sich das fortsetzt?

Schmidt: Da gehen wir bis nach Karlsruhe! So einen Fall habe ich noch nie verloren!

Die Zitate stammen aus: Harald Schmidt: "Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv". Kiepenheuer & Witsch, Köln; 184 Seiten, 7,95 Euro, sowie der DVD "Oliver Pocher - It's my life" (Sony BMG).

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