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Michael "Bully" Herbig als Max Zettl und Karoline Herfurth als seine Geliebte Verena in einer Szene des neuen Kinofilms "Zettl - Unschlagbar charakterlos" des Regisseurs Helmut Dietl.

"Kir Royal"-Fortsetzung zeigt nur die halbe Wahrheit

Berlin - Vor mehr als 25 Jahren hat Helmut Dietl seine Serie „Kir Royal“ über einen Münchner Klatschreporter ins Fernsehen gebracht. Nun setzt er die Geschichte mit einer neuen Hauptfigur in Berlin fort. Die Realität will er den Zuschauern aber nicht zumuten.

Wenn Helmut Dietl am Dienstag nächster Woche über den roten Teppich in den Mathäser-Filmpalast in München schreitet, zur Premiere seiner neuen Komödie „Zettl“, dann liegt eine auch von Kämpfen geprägte Zeit hinter ihm: Mehrere Jahre hat der Regisseur und Drehbuchautor mit der Idee gerungen, seine bis heute verehrte sechsteilige Fernsehserie „Kir Royal“ fortzusetzen. Er hat Absagen von ARD und ZDF kassiert, die sich nicht in dem zehn Millionen Euro teuren Projekt engagieren wollten. Und er ist mit seinem Hauptdarsteller von einst, dem Schriftsteller und Schauspieler Franz Xaver Kroetz, nicht einig geworden, wie Klatschreporter Baby Schimmerlos in einer Fortsetzung auftreten sollte. Über die genauen Gründe, warum Kroetz in „Zettl“ nicht mitspielt, kursieren unterschiedliche Aussagen. Fakt ist, dass der 67-jährige Dietl sich nicht hat abbringen lassen, „Zettl“ dennoch zu drehen. „Kir Royal“ schrieb er damals gemeinsam mit Patrick Süskind („Das Parfum“), am Skript von „Zettl“ arbeitete er mit dem Journalisten und Moderator Benjamin von Stuckrad-Barre.

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Die beiden verlegten die Geschichte von München nach Berlin, zeigen die Polit- und Medienszene der Hauptstadt als korrupten Haufen von Selbstdarstellern, stets auf der Suche nach Macht, Sex, Geld: „Die Wirklichkeit ist viel düsterer als der Film“, verrät Dietl. „Ich habe ja drei Jahre in Berlin gelebt und diese Geschichte recherchiert. Wenn ich alles erzählt hätte, was ich wirklich weiß, das würde kein Mensch glauben.“ Zu Beginn von „Zettl“ wird in einer Animationssequenz erzählt, was seit der letzten „Kir Royal“-Folge geschehen ist: Baby Schimmerlos ist mit der Harley gegen das Brandenburger Tor gedonnert und gestorben. Fotograf Herbie Fried (heute wie damals: Dieter Hildebrandt) stürzte von einer Yacht und sitzt seitdem im Rollstuhl. Auch Senta Berger als Babys Ex-Flamme Mona ist in „Zettl“ dabei – sie hat als volkstümliche Sängerin TV-Karriere gemacht. Im Zentrum der Komödie steht aber Max Zettl. Babys einstiger Chauffeur, den Michael „Bully“ Herbig spielt, bekommt die Chance, als Nachfolger des verstorbenen Reporters ein Online-Magazin zu leiten. Nach Startschwierigkeiten scheint Zettl einen echten Skandal um den Bundeskanzler (Götz George) aufdecken zu können.

Wer sich von „Zettl“ den alten „Kir Royal“-Charme erhofft, wird enttäuscht. Dietls neuer Film funktioniert aber als eigenständige Komödie – und kann so auch ein Publikum ansprechen, das „Kir Royal“ nie gesehen hat. Unsere Kritik lesen Sie zum Filmstart am 2. Februar.

Von Michael Schleicher

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