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„Schutzpatron. Ein Kluftingerkrimi“ - an Fronleichnam (15. Juni 2017) im BR-Fernsehen. 

Film „Schutzpatron“ am Feiertag

Kluftinger-Star Knaup: „Mein Allgäu - das hat Kraft!“

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Zwanghaft, ängstlich – in seiner Allgäuer Heimat gefangen – das ist Kluftinger. An Fronleichnam zeigt der BR einen neuen Fall: „Schutzpatron“. Wir haben Herbert Knaup bei der Veranstaltungsreihe ­Carlos André Cooking for Friends in Portopiccolo bei Triest getroffen – ein Gespräch über Klufti, die Heimat und die große Welt.

Herbert, lass uns doch hier in Italien aus der Distanz über Heimat reden... Der Kluftinger liebt ja seine Kässpatzen. Kannst Du sie als gebürtiger Allgäuer selbst zubereiten? 

Herbert Knaup: Ja, kann ich. So’n Spatzenhobel hab ich auch noch, ich schab sie nicht auf dem Brett. 

Das heißt – du isst in Berlin Allgäuer Kässpatzen... 

Knaup: Na ja, eher selten, obwohl ich Spätzle mag. Und mein Spätzle, der liebt auch Spätzle, also unser Sohn Samuel. 

Der Kluftinger kann ohne Spätzle offenbar weniger gut auskommen als Du... 

Knaup: Der Klufti! Der braucht natürlich seine Kässpatzen. Ich liebe die Figur, weil sie halt alles Mögliche vereint und trotzdem so was Biederes hat. Man könnte sich so ein paar Charaktereigenschaften von ihm durchaus zu eigen machen... (lacht). 

Welche hast Du denn schon von ihm internalisiert? 

Knaup: Hm. Der hat ja Pho­bien, ich hab ja keine Phobien, ich bin ja das Gegenteil, ich hab’ überhaupt keine Angst. Der Kluftinger hat auch Leichenangst, vielleicht hätte ich die. Er ist so ein Ängstlicher, Vorsichtiger, so ein Tapsiger... Weil er so arg weit von mir weg ist, spür ich schon wieder eine Nähe zu ihm. Auch, weil er natürlich so ein Stück Heimat verkörpert. Und die sucht man ja sowieso in sich, und je älter man wird, umso mehr merkt man, wie wichtig Heimat ist. 

Kommst Du denn noch manchmal ins Allgäu? 

Knaup: Immer wieder mal. Erst vor Kurzem – für ein Porträt fürs Bayerische Fernsehen. Da war ich an all meinen alten Orten, und es war echt magisch. Da habe ich gemerkt, wie die Zeit vergangen ist und dass ich als junger Mensch das gar nicht so wahrgenommen hab, was da für eine Power ist. Früher wollt ich weg und jetzt sehe ich, wie reich das alles ist, was das für eine Kraft hat, auch um wieder zu sich selbst zu finden. In Berlin, in der Stadt, geht ja alles sehr schnell. 

Ist jetzt ­Berlin mehr Heimat als das Allgäu? 

Knaup: Da ich in so vielen verschiedenen Rollen unterwegs bin, ist schon auch Berlin Heimat. Ich hab’ immer so eine Art Schnelligkeit gesucht, weil ich eher schnell als gemütlich bin. Und ich liebe es halt, wenn etwas dynamisch ist, etwas pulst und etwas passiert. Berlin ist abgesehen vom Flughafen schon eine schnelle Stadt, und es vereint unglaublich viele ­Kulturen. Das ist ein Spiegel unserer Gesellschaft, das ist Deutschland. 

Wie ist es, wenn Du heute zurück ins Allgäu kommst – als großer Star, der Du geworden bist? 

Knaup: Ja, die kennen mich. Aber ich bin, wie ich schon immer war: Ich verstell mich nicht und geh’ auf die Menschen zu. Ich hab’ überhaupt nicht das Problem, ich wäre irgendein Großer. 

Jedenfalls sprichst Du heute lupenreines Hochdeutsch – und nur beim Kluftinger Allgäuerisch... 

Knaup: Ich bin mit 17, 18 von dort weg. Hochdeutsch habe ich in der Schauspielschule gelernt – überhaupt musste dort meine Sprache schneller und eloquenter werden, um den Anforderungen eines Bühnenschauspielers zu genügen. Wenn ich damals nach Hause kam, haben die Leute gesagt: Ja, wie schwätzt jetzt du? Schpinnst du? Früher hab’ ich das immer noch erklärt. Aber da fing es an, dass ich fremd wurde, ein Fremder unter Heimischen. Und heute bin ich der Herbert, der da mit 18 aufgebrochen ist und ab und zu zurückkommt. 

Ein weiter Weg, den Du da in über 40 Jahren gemacht hast... vom Herbert zum großen Fernseh- und Kinostar... 

Knaup: Ich empfinde das nicht, dass ich so ein großer Star bin. Was heißt Star? Du wirst natürlich erkannt, und es ist abhängig davon, wie der andere dich einschätzt. Es gibt Leute, die bewundern einen, weil sie viel von dir gesehen haben. Oder es rufen Kollegen und Regisseure an, weil gerade ein besonderer Film gelaufen ist. Aber das ist halt nur für diesen kurzen Moment. Andere sehen mich einfach als Schauspieler, wie ein anderer Bäcker oder Apotheker ist. Fernsehen ist eine Vervielfältigungsmaschine: Je länger du da vorkommst, umso mehr brennt sich das ein. Ich versuch halt, möglichst entspannt damit umzugehen, wenn immer mehr Leute auf mich zugehen und mich ansprechen – ich freu’ mich darüber. 

Und wenn einer ein Selfie mit Dir will? 

Knaup: Ja, klar. Auch. Mach ich sofort. 

War das Dein Urtraum, Schauspieler zu werden?

Knaup: Nein, eigentlich wollte ich Musiker werden. Und davor Schreiner. Ich musste aber feststellen, dass ich keinen geraden Strich zeichnen kann, weil ich eine Hornhautverkrümmung habe. Mein Vater war Schlosser und Musiker, er hatte die zwei Welten, das Handwerkliche und das Künstlerische. Bei uns daheim war immer Musik. Dann kam die Hippie-Zeit, die Bands, die Schwester machte Rockmusik bei Amon Güül, mein Bruder Karl ist los und hat mit der Schauspielerei angefangen. Ich habe dann Gedichte geschrieben, Tagebuch schreibe ich heute noch, und ich dachte, ich werde vielleicht Schriftsteller, weil ich immer so gern erzählt habe. 

Und dann wurdest Du Schauspieler – da erzählt man ja auch... 

Knaup: Ja, irgendwann kam die Möglichkeit, nach München zu fahren, und dort ging ich immer ins Kino. Danach habe ich daheim der ganzen Dorfjugend die Filme nacherzählt. Die stand immer um mich rum – das gefiel mir, weil ich was wusste, was die nicht wussten. Und ich hab das auch vorgespielt – ich war Marlon Brando oder Robert De Niro, ich war Männlein wie Weiblein, alles. Schließlich hab ich die Aufnahmeprüfung für die Otto-Falckenberg-Schule gemacht und bestanden. Und dann war ich lange am Theater. Ich liebe diesen Beruf – mir ging es nie um den Erfolg oder Ruhm, sondern um den Inhalt. Ein gutes Stück, ein gutes Drehbuch – das macht am meisten Spaß. Und die Verwandlung. Obwohl ich auch gern bei mir bin. 

Wie bist Du, wenn Du Du bist? 

Knaup: Fast so, wie ich jetzt hier bin: entspannt, und ich hör gern zu. Ich bin eher so ein visueller Mensch, schau mir was an, beobachte, interpretiere; ich bin auch gern in der Natur. 

Und bei Deiner Familie, wie ich weiß. Vor zehn Jahren hast Du Deine Christiane geheiratet... 

Knaup: Wir haben uns bei den Tidofs im Garten kennengelernt und uns 2003 bei den Bregenzer Festspielen ineinander verknallt. Da hat Amor den Pfeil abgeschossen und uns beide getroffen. Ulli, da warst du doch auch dabei! 

Ja, war ich. Und auch bei ­Eurem ersten Cooking for Friends auf Mauritius... 

Knaup: Da waren auch Heino Ferch und Jan Josef Liefers. Für uns war das damals so eine erste Reise, deshalb sind Christiane und ich noch des Öfteren hingefahren – aus Nostalgie heraus.

Lesen Sie hier ein Interview mit Herbert Knaup aus dem vergangenen Jahr

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