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Von links: Bruno Jonas, Monika Gruber und Rick Kavanian

Satire, die diesen Namen verdient

Klugscheißer: So war die ARD-Premiere

München - Die Satire-Show "Die Klugscheißer" mit Bruno Jonas, Monika Gruber und Rick Kavanian hat am Donnerstagabend eine gelungene ARD-Premiere gefeiert: die TV-Kritik.

Funkstille zwischen Politikern und Kabarettisten – das war gestern! Heute erreicht ein Anruf von Theo Waigel oder von Daniel Cohn-Bendit den Spötter schon auf offener Bühne, auch wenn der Spötter hier natürlich hinterfotzig als (Medien-)Berater firmiert. Keine schlechte Idee, die „Entscheider“ in Bayern, Deutschland und der Welt abzuwatschen, indem man sie an die Hand nimmt und so tut, als würde man ihr Image optimieren. Genau das tun die „Klugscheißer“, die sich vor knapp zweieinhalb Jahren im Bayerischen Fernsehen gegründet haben, nun auch im Ersten – und der Start gestern Abend war vielversprechend.

Bruno Jonas, Monika Gruber und Rick Kavanian tragen auch als Berater ihre bürgerlichen Namen – so wenig Theater darf sein –, umso mehr haben die Fernsehmacher ins duchgestylte Büro hoch über München investiert. Hier bewegen sich die Drei im Idealfall möglichst lässig, bei der ARD-Premiere wirkten die Bewegungen im Raum manchmal noch etwas eckig. Umso runder die Themenauswahl, die schnell zeigte, dass ein von den „Klugscheißern“ beratener (Polit-)Promi nichts zu lachen hat. Ob die (CSU-)Parlamentarier im Bayerischen Landtag, der SPD-Kanzlerkandidat oder der aktuelle Verteidigungsminister – wer hier Kunde ist, braucht keine Feinde mehr.

„Das Wir bin ich!“ – dieser Wahlslogan für Peer Steinbrück demonstrierte sehr schön, mit welcher Bosheit, die sich als Dienstleistung tarnt, das Trio hier zu Werke geht. Auch sonst wird manches auf den Kopf gestellt, etwa wenn Jonas mit bangem Blick in Richtung gut versorgte Parlamentarier „Wird das reichen?“ fragt und Gruber Steuerhinterziehung dringend empfiehlt, damit dieses Geld wenigstens nicht für unbrauchbare militärische Flugobjekte ausgegeben werden kann.

Modernes Kabarett schießt auch aufs Publikum (das selbst gerne Steuern „spart“) und richtet die Waffe, wenn’s sein muss, sogar gegen sich selbst. Deswegen haben die „Klugscheißer“ nicht nur Theo Waigel sondern natürlich auch Kinderfreund Cohn-Bendit in der Kartei, denn „weltanschaulich sind wir neutral“. Bleibt zu hoffen, dass die Kündigung des schönen Büros abgewendet werden kann – und die „Klugscheißer“ auch über ihr fünfwöchiges Engagement hinaus weiter beschäftigt werden. Dann hätte die ARD endlich wieder eine Satiresendung, die diesen Namen auch verdient.

Rudolf Ogiermann

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