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MM-Redakteurin Katja Kraft.

Kommentar

Berichterstattung über Flüchtlingspolitik: Glaubwürdigkeit nicht verspielen

  • Katja Kraft
    vonKatja Kraft
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München - Gerade in Zeiten, in denen jeder seine Meinung via Internet kundtun kann, sollten Journalisten sich darauf besinnen, die eigene Meinung – außerhalb der Kommentarspalten – außen vor zu lassen. Die Studie der HMS ist deshalb doppelt wichtig.

Zeitungslesern, Radiohörern und Fernsehzuschauern zeigt sie, wie vielseitig zum Thema Flüchtlingsstrom berichtet wird. Zwischen Juli und September 2015 hatten einzelne Zeitungen im Schnitt sieben Beiträge am Tag dazu im Blatt. Der Vorwurf, man werde nicht genug informiert, greift also zu kurz. Wahr ist aber auch, dass einige Medien zu positiv berichtet haben. Zwar lobt die Studie, dass durch die positive Tendenz in den Berichten zur Willkommenskultur diese wiederum innerhalb der Gesellschaft gefördert wurde. Doch muss man die Frage stellen: Ist das die Aufgabe eines objektiven Journalismus? Oder gilt nicht viel eher, ausgewogen zu berichten, damit der mündige Leser, Zuschauer, Zuhörer sich selbst ein Urteil bilden kann? 

Gerade in Zeiten, in denen jeder seine Meinung via Internet kundtun kann, sollten Journalisten sich darauf besinnen, die eigene Meinung – außerhalb der Kommentarspalten – außen vor zu lassen und objektiv zu berichten. Weil sonst droht, was nie passieren darf: der Verlust der Glaubwürdigkeit.

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