Kommissar Schickls Abschied von "SOKO 5113"

München - Der dienstälteste Fernseh-Kommissar tritt ab, weil er fand, 30 Staffeln seien genug. Am Ostersonntag ist Wilfried Klaus zum letzten Mal in "SOKO 5113" zu sehen.

Das Ende wird natürlich nicht verraten. Da kann man Wilfried Klaus noch so sehr ins Kreuzverhör nehmen. Der Schauspieler schweigt zur "Akte Göttmann", seinem letzten Auftritt als SOKO-Kommissar Horst Schickl. Immerhin so viel lässt sich aus Klaus herauspressen: "Ich werde nicht in der Blutlache liegen. Ich habe den Drehbuchautoren gesagt, dass ich mich in meiner letzten Folge nicht gern abschießen lassen möchte."

Seine Rente hat sich Horst Schickl verdient. Schließlich ist der Protagonist der Fernsehserie "SOKO 5113" der dienstälteste TV-Kommissar. Seit 1978 ist er fürs ZDF im Einsatz. Seitdem ist viel passiert. Klaus, der dem Polizisten sein Gesicht leiht, ist ein wenig faltiger geworden, und die Haare des 66-Jährigen sind entschieden grauer. Ein Wunder ist das nicht. In 30 Jahren und 394 Folgen hat Schickl einiges mitgemacht: Auf ihn wurde geschossen, er wurde entführt und seine Frau als Geisel genommen. Eine Kollegin starb in seinen Armen. Mit einem 90-Minuten-Special darf er nun aus dem Dienst scheiden.

Dass Klaus so lange als "SOKO"-Kommissar im Einsatz sein würde, hätte der Schauspieler selbst nie gedacht. "Damit konnte ja keiner rechnen", sagt er und lächelt. "Als wir mit der ersten Staffel fertig waren, wurde die Dekoration gleich entsorgt. Dasselbe nach der zweiten." Erst als die Publikumsbegeisterung auch nach der dritten Runde nicht abebbte, durfte die Deko bleiben. "Was wir da gemacht haben, war ja etwas absolut Neues", erklärt sich Klaus den Erfolg der Serie, die auf dem Tatsachenroman "Der Durchläufer" von Dieter Schenk basiert. "Wir waren die ersten, die in einer Krimiserie gezeigt haben, wie Polizeiarbeit wirklich funktioniert."

Dazu zählt, dass nicht ein Kommissar à la Derrick die Fälle im Alleingang löst, sondern dass im Team Drogendealer und Gewaltverbrecher bekämpft werden. Immer wieder gab es auch Episoden, in denen die Polizei den Kürzeren zieht, wie in der Realität eben auch. "Die Folgen haben mir aber nicht gefallen", sagt Klaus. "Ich will schon, dass zumindest ein paar Täter geschnappt werden." Jetzt muss der Schauspieler die Verbrecherjagd anderen überlassen. Wehmut kommt bei Wilfried Klaus dennoch nicht auf. Schließlich hat er die Entscheidung selbst getroffen. Wohlüberlegt. "Der Entschluss ist in vier, fünf Jahren langsam gereift. Nach 30 Staffeln ist es richtig aufzuhören."

Die Freizeit, die dem Schauspieler nun bleibt, will er für seine zweite Muße nutzen: die Malerei. Von Krimis hingegen hat der 66-Jährige erstmal genug. "Ich schaue mir lieber Reiseberichte an", erzählt er. Einen Krimi jedoch wird er sich zumindest noch ansehen: am Ostersonntag um 20.15 Uhr. "Da werde ich mit meiner Frau auf der Couch sitzen und ,SOKO gucken."

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