"Rundschau" soll sich auf Bayern fokussieren

Kommt die "Tagesschau" ins Bayerische Fernsehen?

München - Im Unterschied zu anderen Dritten Fernsehprogrammen wird die „Tagesschau“ bisher nicht im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt. Das könnte sich demnächst ändern.

Wer bisher als Stammzuschauer des Bayerischen Fernsehens (BFS) die „Tagesschau“ sehen wollte, musste um 20 Uhr – da läuft gerade „Dahoam is dahoam“ – ins Erste umschalten. Das könnte sich im nächsten Jahr ändern.

Beim Münchner Sender gibt es Planspiele, die Hauptausgabe der ARD-Nachrichtensendung, die zu dieser Zeit außerdem in den meisten Dritten läuft, auch ins Programm des BFS zu übernehmen. Dies bestätigte BR-Sprecherin Sylvie Stephan am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung.

Man wolle damit der besonderen Beliebtheit der „Tagesschau“ beim bayerischen Publikum Rechnung tragen. Der Marktanteil der „Tagesschau“ bei den Zuschauern im Freistaat liege mit 20 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 17 Prozent.

Der Klassiker aus Hamburg mit seinen derzeit im Ersten und in sieben Dritten zusammengenommen knapp neun Millionen Zuschauern kam bislang im BFS nicht vor. Hier leistet man sich mit der „Rundschau“ eine eigene Nachrichtenfamilie. Die soll es auch weiterhin geben, sie soll sogar „gestärkt und deutlich ausgebaut“ werden.

 „Durch die mögliche Übernahme der ,Tagesschau‘ könnte sich die „Rundschau“ noch mehr als bisher auf die Kernkompetenz des BFS konzentrieren, die vertiefende Berichterstattung aus allen Landesteilen Bayerns“, so Stephan. Ein Überblick über Nachrichten aus aller Welt soll jedoch auch künftig Bestandteil der Sendung sein.

Nach BR-Angaben hatte die Hauptausgabe der „Rundschau“ um 18.45 Uhr im vergangenen Jahr in Bayern durchschnittlich 410.000 Zuschauer (Marktanteil: 14,8 Prozent), das „Rundschau Magazin“ um 21.45 Uhr – parallel dazu läuft im ZDF das „heute journal“ – 290.000 Zuschauer (6,8 Prozent).

Mit der Reform wolle man dem Wunsch des Publikums nachkommen, mehr aus Bayern zu berichten und Ereignisse besser einzuordnen, hieß es. In diesem Zusammenhang sollen Redaktionen ausgebaut und trimediale – also für die Verbreitungswege Fernsehen, Radio und Internet gleichermaßen zuständige – Fachressorts gebildet werden.

Wie das neue Programmschema aussehen könnte, ist noch offen, „wir stehen erst am Anfang unserer Überlegungen“, sagte Stephan. Dazu werde der Fernsehausschuss des Rundfunkrates in den kommenden Monaten „intensiv beraten“.

Fest steht allerdings, dass die Fans von „Dahoam is dahoam“ auf ihre tägliche Serie nicht verzichten müssen. Sie bleibt im Programm und würde gegebenenfalls um 15 Minuten auf 19.30 Uhr vorgezogen.

Rudolf Ogiermann

 

Rubriklistenbild: © dpa

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