Krasseste Kontraste

- Da haben einen Senta Berger, Nina Kunzendorf und Michael Gwisdek aber auf eine ganz falsche Fährte gelockt. Glaubt man doch, die Namen großartiger Schauspieler bürgten für anspruchsvolle Fernsehunterhaltung oder wenigstens gelungene Drehbücher, selbst wenn hier der Titel "Nette Nachbarn küsst man nicht" (SAT 1) allein schon abschrecken könnte. Wer auch immer die Darsteller zu ihren lächerlichen Hauptrollen überredet hat, muss dazu Talent haben. Meint man doch sehen zu können, wie dämlich die drei sich vorkommen in dieser Krimikomödie, die für einen Krimi zu einfältig und für eine Komödie zu melodramatisch geraten ist und ihren Figuren einen kindlichen Ermittlereifer abverlangt, der vielleicht in "Emil und die Detektive" angebracht ist.

Ein Staatsanwalt wird ins gefährliche Berlin versetzt, seine vereinsamende Ehefrau vermisst die ländliche Geborgenheit, verguckt sich in einen türkischen Nachbarn und beginnt zusammen mit der studentischen Putzhilfe plötzlich einen Mörder in ihm zu sehen. Nur die krassesten Kontraste werden bemüht, um die Schrecklichkeit von Helgas Lage zu verdeutlichen. Statt Rosengartenidyll erlebt sie "Multikulti"-Party Tag und Nacht im dauerbeschallten Hinterhof. Senta Berger, die so charmant angewidert aussehen kann, das nassforsche Spiel Nina Kunzendorfs und die oberstaatsanwaltliche Betulichkeit Michael Gwisdeks sind nur ein schwacher Trost in Regisseur Stephan Wagners Krimikomödien-Trauerspiel.

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