Kritik an Gewalt im Programm - Oettinger sieht "erhebliche Gefahren für die Erziehung"

München - Die immer schriller werdende Debatte um gewalttätige Jugendliche hat nun auch das Fernsehen erreicht. Mit Blick auf die jüngsten Gewalttaten durch Jugendliche mit Migrationshintergrund in U-Bahnhöfen in München und Frankfurt am Main sieht der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger schädliche Einflüsse durch einzelne Fernsehprogramme.

Dabei hat der CDU-Politiker vor allem einige Private im Blick. "Es gibt Programme, die in einigen Sendern verstärkt kommen, von denen ich erhebliche Gefahren für die Erziehung der Jugend ausgehen sehe", sagte der Stuttgarter Regierungschef am Dienstag und nannte dabei Super RTL und RTL 2. Es sei eine Zunahme von "gewaltgeneigten bewegten Bildern" zu verzeichnen. Insbesondere bei den genannten Sendern sehe er eine "schädliche Entwicklung bei der Qualität der gezeigten Sendungen".

Der Einfluss der Medien auf die Gesellschaft sei erheblich gewachsen, so Oettinger. Es gehe daher um Umfang und Qualität der Programmangebote. Kritik übte der baden-württembergische Regierungschef indirekt auch am schwindenden Informationsanteil mancher Anbieter. Etliche Sender lösten den früher gültigen Anspruch, dass Fernsehen auch zur Bildung beitrage, nicht ein.

Super-RTL-Sprecherin Sabine Kreft wies die Kritik unterdessen zurück. Oettingers Aussage sei "undifferenziert und nicht haltbar", so Kreft. "Das ist ein Pauschalurteil - wenn er mir Beispiele nennen könnte, würden wir mit ihm darüber diskutieren. Ich unterstelle Oettinger, dass er unser Programm nicht kennt. Tatsache ist, dass wir im Jahr 2007 keine Beanstandung durch die Landesmedienanstalten und auch nicht von den Zuschauern erhalten haben."

Mit Verboten könne man dieser Fehlentwicklung nicht beikommen, räumte Oettinger ein. Allerdings hätten auch die Unternehmen, die das Fernsehen zur Werbung nutzten, einigen Einfluss auf das Programm. Sie sollten stärker darauf hinwirken, dass für ihre Produkte und Dienstleistungen nicht im Umfeld von Sendungen geworben wird, in denen die Gewaltdarstellung im Vordergrund steht.

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