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Wilder Westen im Osten: Fabian Hinrichs und Monika Lennartz im jüngsten „Polizeiruf 110“.

TV-Kritik zu "Wolfsland"

"Polizeiruf 110": Die Schatten der Diktatur

München - Die Angst vor dem vermeintlich blutrünstigen Jäger bildet nur die Oberfläche in „Wolfsland“, dem jüngsten „Polizeiruf 110“ (ARD) aus Brandenburg. Darunter werden von Szene zu Szene die Konflikte sichtbar, die noch aus der DDR-Diktatur stammen. Die TV-Kritik.

„Wölfe sorgen füreinander, die bleiben zusammen“, sagt der Wolfsbeauftragte. Dieser Krimi soll zeigen, dass das Raubtier der bessere Mensch ist, und er tut das mal mehr, mal weniger subtil. Die Angst vor dem vermeintlich blutrünstigen Jäger bildet nur die Oberfläche in „Wolfsland“, dem jüngsten „Polizeiruf 110“ (ARD) aus Brandenburg. Darunter werden von Szene zu Szene deutlicher die Konflikte sichtbar, in die Freund und Feind des Tieres verstrickt sind, alte Verwundungen, alte Narben. Am Ende sind es die Schatten der untergegangenen DDR-Diktatur, die mit der Hilfe linientreuer Bürger Familien zerstörte, die es wagten, das Land verlassen zu wollen.

Wer will, kann in Ed Herzogs Film viele sprechende Bilder sehen – sie zeigen Stefan Waldner (Fabian Hinrichs), den der Staat zum einsamen Wolf gemacht hat, die 17-jährige Jule (Isabel Bongard), die sich in ihrem Rudel nicht mehr zuhause fühlt, ihrem Vater André (Alexander Beyer), dessen Denunziation von einst nun sein eigenes bürgerliches Leben zersetzt. Steht diesem Film gut, dass ihn sein Regisseur zunächst wie einen Western anmuten lässt – mit pittoresker Ballerei und zauberhaften Kamerafahrten über der brandenburgischen Prärie (Kamera: Sebastian Edschmid). Hier ist, mehr als zwei Jahrzehnte nach der Wende, nichts mehr los, kein Wunder, dass die Wölfe (was sie in der Realität nicht tun) nachts durch die Dörfer streifen.

Über die visuellen Effekte vergisst Herzog allerdings ein wenig die Feinzeichnung der Charaktere. Nicht so tragisch, umso lieber schaut man dafür der Kommissarin (Maria Simon) und ihrem Assistenten (Horst Krause) zu, die gerade dadurch den „Polizeiruf“ prägen, dass sie ihn nicht mit aller Gewalt prägen wollen.

Rudolf Ogiermann

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